Ein Stromausfall legt Supermärkte lahm, Hochwasser macht Straßen unpassierbar oder Lieferketten sind vorübergehend gestört: Es gibt viele Situationen, in denen ein gut gefüllter Vorrat plötzlich sehr hilfreich sein kann.
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Dabei geht es nicht darum, Lebensmittel für Monate oder Jahre einzulagern. Bereits ein überschaubarer Vorrat kann dafür sorgen, dass du einige Tage nicht auf Einkaufsmöglichkeiten angewiesen bist.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können. Selbst ein Vorrat für drei Tage ist jedoch bereits ein sinnvoller Anfang, der anschließend schrittweise erweitert werden kann.
In diesem Ratgeber erfährst du:
- welche Lebensmittel sich für einen Notvorrat eignen,
- welche Mengen du ungefähr benötigst,
- wie du deinen Vorrat auf zehn Tage aufteilst,
- welche Lebensmittel auch ohne Strom sinnvoll sind,
- wie du Vorräte richtig lagerst und rotierst,
- welche typischen Fehler du vermeiden solltest.
Warum ein Lebensmittelvorrat sinnvoll ist
Ein Notvorrat wird häufig unmittelbar mit großen Katastrophen verbunden. Tatsächlich kann er bereits bei wesentlich alltäglicheren Situationen nützlich sein.
Dazu gehören beispielsweise:
- längere Stromausfälle,
- Hochwasser oder starke Schneefälle,
- schwere Unwetter,
- vorübergehende Lieferengpässe,
- Erkrankungen, durch die du das Haus nicht verlassen kannst,
- technische Störungen oder Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur.
Das BBK nennt genau solche Situationen als Beispiele dafür, wann ein Lebensmittel- und Getränkevorrat hilfreich sein kann.
Der entscheidende Vorteil ist dabei nicht nur das Essen selbst.
Ein vorhandener Vorrat verschafft dir Zeit.
Du musst bei einer Störung nicht sofort zum Supermarkt fahren und kannst zunächst beobachten, wie sich die Situation entwickelt.
Wie lange sollte ein Notvorrat reichen?
Als Zielgröße sind zehn Tage sinnvoll.
Das bedeutet aber nicht, dass du sofort Lebensmittel für zehn Tage zusätzlich einkaufen musst.
Ein guter Aufbau kann beispielsweise so aussehen:
Stufe 1: Vorrat für 3 Tage
Stufe 2: Vorrat für 5 bis 7 Tage
Stufe 3: Vorrat für 10 Tage
Gerade wenn bislang kaum Vorräte vorhanden sind, ist dieser schrittweise Aufbau wesentlich einfacher.
Das BBK empfiehlt ebenfalls, möglichst zehn Tage Selbstversorgung anzustreben, weist aber ausdrücklich darauf hin, dass bereits ein Vorrat für mindestens drei Tage hilfreich ist.
Wie viel Nahrung braucht eine Person für 10 Tage?
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Als Orientierung veröffentlicht die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung eine Beispielrechnung für einen zehntägigen Grundvorrat.
Dieser ist auf eine durchschnittliche Energiezufuhr von etwa 2.200 Kilokalorien pro Tag und Person ausgelegt.
Für eine Person sieht die grobe Aufteilung folgendermaßen aus:
| Lebensmittelgruppe | Menge für 10 Tage |
|---|---|
| Getreideprodukte, Brot und Kartoffeln | ca. 3,3 kg |
| Gemüse und Pilze | ca. 4,0 kg |
| Obst | ca. 2,5 kg |
| Milch und Milchprodukte | ca. 2,5 kg |
| Eier, Fleisch, Wurst und Fisch | ca. 1,2 kg |
| Fette und Öle | ca. 330 g |
Diese Mengen sind keine starre Einkaufsliste.
Sie sollen vielmehr zeigen, in welcher Größenordnung ein ausgewogener Vorrat liegen kann. Je nach Alter, körperlicher Aktivität, Ernährungsweise, Allergien und persönlichen Vorlieben kann der tatsächliche Bedarf deutlich abweichen.
Für Kinder, Senioren oder Personen mit besonderen Ernährungsbedürfnissen sollte der Vorrat entsprechend angepasst werden.
Der wichtigste Grundsatz: Lagere Lebensmittel, die du wirklich isst
Ein häufiger Fehler bei der Krisenvorsorge besteht darin, spezielle „Notfallnahrung“ zu kaufen, die anschließend jahrelang unberührt im Keller liegt.
Für die meisten Haushalte ist das gar nicht notwendig.
Besser ist ein sogenannter lebender Vorrat.
Das Prinzip ist einfach:
Einkaufen → Einlagern → Verbrauchen → Nachkaufen
Du kaufst von Lebensmitteln, die ohnehin regelmäßig verwendet werden, etwas mehr als normalerweise.
Das älteste Produkt wird zuerst verbraucht und anschließend ersetzt.
Dieses Prinzip wird häufig als First In – First Out (FIFO) bezeichnet.
Das BBK unterscheidet ebenfalls zwischen einem einmalig angelegten Vorrat und einem „lebenden Vorrat“, der kontinuierlich genutzt und ergänzt wird.
Der große Vorteil:
Du musst nicht irgendwann einen kompletten Notvorrat entsorgen, weil zahlreiche Lebensmittel gleichzeitig ihr Mindesthaltbarkeitsdatum erreichen.
Welche Lebensmittel eignen sich für einen Notvorrat?
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Nicht jedes Lebensmittel ist für die Krisenvorsorge gleichermaßen geeignet.
Besonders praktisch sind Lebensmittel, die mehrere der folgenden Eigenschaften besitzen:
- lange haltbar,
- ohne Kühlung lagerfähig,
- direkt verzehrbar,
- einfache Zubereitung,
- geringer Wasserbedarf bei der Zubereitung,
- kurze Kochzeit,
- hoher Energiegehalt,
- normale Lebensmittel des täglichen Bedarfs.
Das BBK empfiehlt insbesondere Lebensmittel, die auch ohne Kühlung haltbar sind und im Idealfall sogar kalt gegessen oder mit wenig Energie zubereitet werden können.
1. Getreide, Brot, Reis und Kartoffelprodukte
Diese Lebensmittel liefern einen großen Teil der benötigten Energie und lassen sich meistens gut lagern.
Geeignet sind beispielsweise:
- Nudeln
- Reis
- Haferflocken
- Knäckebrot
- Zwieback
- abgepacktes Vollkornbrot
- Müsli
- Couscous
- Bulgur
- Kartoffelpüree-Pulver
- Kartoffelprodukte mit langer Haltbarkeit
Dabei gibt es allerdings einen wichtigen Punkt:
Nicht jedes lange haltbare Lebensmittel ist automatisch ideal für einen Stromausfall.
500 Gramm Nudeln lassen sich zwar problemlos über Monate lagern, benötigen aber relativ viel Wasser und Energie zum Kochen.
Couscous, Instantprodukte oder Lebensmittel mit kurzer Garzeit können deshalb für einen Notvorrat praktischer sein.
2. Gemüse und Hülsenfrüchte
Konserviertes Gemüse eignet sich hervorragend für die Vorratshaltung.
Beispiele sind:
- Erbsen
- Möhren
- Mais
- Bohnen
- Linsen
- Kichererbsen
- Rotkohl
- Sauerkraut
- Rote Bete
- Pilze
- Tomaten
- saure Gurken
Besonders interessant sind Hülsenfrüchte in Dosen oder Gläsern.
Sie sind bereits gegart und können notfalls direkt gegessen werden.
Getrocknete Bohnen oder Kichererbsen sind zwar sehr lange haltbar, benötigen dagegen Wasser, Einweichzeit und relativ viel Energie beim Kochen.
Für einen Vorrat, der auch bei einem Stromausfall funktionieren soll, sind verzehrfertige Varianten deshalb häufig praktischer.
3. Obst
Auch Obst sollte Bestandteil des Vorrats sein.
Gut geeignet sind beispielsweise:
- Apfelmus
- Obstkonserven
- Trockenfrüchte
- Rosinen
- Trockenpflaumen
- getrocknete Aprikosen
- Äpfel mit längerer Lagerfähigkeit
- Nüsse
Trockenobst und Nüsse haben einen zusätzlichen Vorteil: Sie benötigen wenig Platz und können ohne Zubereitung gegessen werden.
4. Milch und Milchprodukte
Frische Milch ist für einen längerfristigen Notvorrat wenig geeignet.
Praktischer sind beispielsweise:
- H-Milch
- Milchpulver
- haltbare pflanzliche Drinks
- Hartkäse
- bestimmte haltbare Milchprodukte
Hier solltest du allerdings bedenken, dass manche Produkte nach dem Öffnen gekühlt werden müssen.
Bei einem längeren Stromausfall kann eine große Packung deshalb ungünstiger sein als mehrere kleinere Packungen.
5. Fleisch, Fisch, Eier und alternative Proteinquellen
Für die Proteinversorgung eignen sich unter anderem:
- Fischkonserven
- Fleischkonserven
- haltbare Wurst
- Fertiggerichte in Dosen
- Hülsenfrüchte
- Nüsse
- Nussmus
Wer vegetarisch oder vegan lebt, kann tierische Produkte problemlos durch entsprechende Alternativen ersetzen.
Entscheidend ist nicht, eine bestimmte amtliche Lebensmittelliste exakt nachzubauen.
Der Vorrat muss zu deinem Haushalt passen.
6. Fette und Öle
Fette liefern auf relativ wenig Raum sehr viel Energie.
Geeignet sind beispielsweise:
- Rapsöl
- Olivenöl
- andere Speiseöle
- Nussmus
- haltbare Streichfette
Öle sollten kühl, dunkel und möglichst ungeöffnet gelagert werden.
Auch hier gilt: Lieber normale Packungsgrößen verwenden und regelmäßig verbrauchen, anstatt riesige Mengen jahrelang einzulagern.
Was gehört zusätzlich in einen guten Notvorrat?
Die reine Grundversorgung ist das eine.
Nach einigen Tagen können aber kleine Dinge einen erstaunlich großen Unterschied machen.
Deshalb gehören für mich auch einige Lebensmittel in den Vorrat, die in einer reinen Kalorienberechnung kaum eine Rolle spielen.
Beispielsweise:
- Salz
- Zucker
- Gewürze
- Brühe
- Kaffee
- Tee
- Kakao
- Honig
- Marmelade
- Schokolade
- Kekse
- Müsliriegel
- Süßigkeiten
Gerade in einer angespannten Situation ist es angenehm, wenn Essen nicht ausschließlich aus einer möglichst effizienten Kalorienzufuhr besteht.
Ein guter Notvorrat sollte nicht nur satt machen, sondern möglichst auch etwas Normalität erhalten.
Beispiel: Ein praktischer 10-Tage-Vorrat für eine Person
Die folgende Zusammenstellung ist bewusst keine exakte Behördenliste, sondern ein Beispiel dafür, wie ein alltagstauglicher Vorrat aussehen könnte.
Frühstück
- 500–750 g Haferflocken oder Müsli
- 2–3 Liter H-Milch oder pflanzlicher Drink
- Knäckebrot oder haltbares Brot
- Honig, Marmelade oder Nussmus
- Kaffee, Tee oder Kakao
Sättigungsbeilagen
- 500 g Nudeln
- 500 g Reis oder Couscous
- Knäckebrot
- Zwieback
- Kartoffel- oder Instantprodukte
Gemüse und Hülsenfrüchte
Etwa 8–12 Dosen oder Gläser verschiedener Sorten, zum Beispiel:
- Erbsen und Möhren
- Mais
- Bohnen
- Kichererbsen
- Linsen
- Tomaten
- Sauerkraut
- Rotkohl
Obst
- mehrere Obstkonserven
- Apfelmus
- Trockenfrüchte
- frisches lagerfähiges Obst
- Nüsse
Proteinreiche Lebensmittel
Je nach Ernährungsweise beispielsweise:
- Fischkonserven
- Fleischkonserven
- Eintöpfe
- haltbare Wurst
- Hülsenfrüchte
- Nüsse und Nussmus
Fette und Ergänzungen
- Speiseöl
- Salz
- Zucker
- Gewürze
- Brühe
Snacks
- Müsliriegel
- Schokolade
- Kekse
- Nüsse
Die genaue Zusammenstellung sollte immer an die normalen Essgewohnheiten angepasst werden.
Vorrat für mehrere Personen berechnen
Die einfachste Berechnung lautet:
10-Tage-Vorrat einer Person × Anzahl der Haushaltsmitglieder
Bei vier Personen wären die Orientierungswerte der offiziellen Vorratstabelle beispielsweise:
| Lebensmittelgruppe | 1 Person | 4 Personen |
| Getreide, Brot, Kartoffeln | 3,3 kg | 13,2 kg |
| Gemüse und Pilze | 4 kg | 16 kg |
| Obst | 2,5 kg | 10 kg |
| Milchprodukte | 2,5 kg | 10 kg |
| Eier/Fleisch/Fisch | 1,2 kg | 4,8 kg |
| Fette und Öle | 330 g | 1,32 kg |
Bei Familien solltest du diese Werte aber nicht einfach blind multiplizieren.
Ein zehnjähriges Kind benötigt beispielsweise nicht zwangsläufig dieselbe Menge wie ein körperlich schwer arbeitender Erwachsener.
Die Werte sind deshalb Orientierung und keine Pflichtmengen.
Lebensmittelvorrat und Trinkwasser gehören zusammen
Ein Lebensmittelvorrat lässt sich nicht unabhängig von der Wasserversorgung planen.
Die offizielle Vorratstabelle berücksichtigt für zehn Tage 20 Liter Getränke pro Person. Darin sind rund 1,5 Liter täglicher Getränkebedarf sowie etwa 0,5 Liter Wasser für die Zubereitung von Lebensmitteln berücksichtigt.
Für eine umfassendere Krisenvorsorge kann zusätzlicher Wasserbedarf entstehen, etwa für Hygiene oder andere Anwendungen.
Wie viel Wasser du tatsächlich einplanen solltest und wie sich Trink- und Brauchwasser sinnvoll aufteilen lassen, erklären wir ausführlich im Ratgeber:
→ Trinkwasser bevorraten – wie viel Wasser braucht man im Notfall?
Auch die Auswahl der Lebensmittel beeinflusst den Wasserbedarf.
Wer ausschließlich Reis, Nudeln und getrocknete Hülsenfrüchte lagert, benötigt wesentlich mehr Wasser zum Kochen als jemand, der einen Teil seines Vorrats aus verzehrfertigen Lebensmitteln zusammenstellt.
Plane den Vorrat auch für einen Stromausfall
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Eine der wichtigsten Fragen lautet:
Kann ich meinen Lebensmittelvorrat auch essen, wenn der Herd nicht funktioniert?
Bei einem großflächigen Stromausfall können gleichzeitig ausfallen:
- Elektroherd
- Backofen
- Mikrowelle
- Kühlschrank
- Gefrierschrank
- Wasserkocher
Deshalb sollte ein Teil des Vorrats ohne Erwärmen verzehrbar sein.
Gut geeignet sind beispielsweise:
- Brot und Knäckebrot
- Aufstriche
- Nüsse
- Trockenfrüchte
- Müsliriegel
- Obstkonserven
- Gemüsekonserven
- Fischkonserven
- einige Fleischkonserven
- fertige Eintöpfe
- Hülsenfrüchte aus der Dose
Wer eine alternative Kochmöglichkeit besitzt, gewinnt natürlich deutlich mehr Möglichkeiten.
Dazu können beispielsweise Campingkocher oder andere geeignete Kochsysteme gehören.
Wichtig: Grills und andere Geräte mit offener Verbrennung dürfen nicht einfach in geschlossenen Wohnräumen betrieben werden. Es besteht unter anderem die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung.
Mehr dazu:
→ Kochen und Backen ohne Strom – diese Möglichkeiten gibt es
Was passiert zuerst mit Kühlschrank und Gefrierschrank?
Bei einem Stromausfall solltest du nicht sofort auf deine haltbaren Konserven zurückgreifen.
Eine bessere Reihenfolge ist:
1. Kühlschrank
Zuerst Lebensmittel verbrauchen, die schnell verderben.
2. Gefrierschrank
Danach Lebensmittel aus dem Gefrierschrank verwenden, sofern sie noch sicher sind.
3. Haltbarer Vorrat
Erst anschließend werden die langfristig lagerfähigen Vorräte benötigt.
So vermeidest du unnötige Lebensmittelverluste und dein eigentlicher Notvorrat hält wesentlich länger.
Der lebende Vorrat ist meistens die beste Lösung
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Für normale Haushalte ist ein rotierender Vorrat meist sinnvoller als eine Kiste mit „Notfallessen“, die zehn Jahre lang im Keller steht.
Ein einfaches Beispiel:
Du verbrauchst regelmäßig Nudeln.
Normalerweise befinden sich zwei Packungen im Schrank.
Künftig lagerst du sechs Packungen.
Beim Kochen nimmst du immer die älteste Packung.
Beim nächsten Einkauf ersetzt du die verbrauchte Packung.
Das gleiche Prinzip funktioniert beispielsweise mit:
- Reis
- Haferflocken
- Konserven
- H-Milch
- Kaffee
- Öl
- Mehl
- Zucker
- Nudeln
- Tierfutter
- Hygieneartikeln
Auf diese Weise entsteht mit der Zeit automatisch eine Reserve.
Das BBK empfiehlt dieses Prinzip ausdrücklich als Möglichkeit, einen Vorrat schrittweise aufzubauen und regelmäßig zu erneuern.
Lebensmittel richtig lagern
Selbst lange haltbare Lebensmittel können bei falscher Lagerung schneller verderben.
Ideal ist ein Lagerplatz, der möglichst:
- kühl,
- trocken,
- dunkel,
- sauber
- und vor Schädlingen geschützt ist.
Geeignet können beispielsweise sein:
- Speisekammer
- Vorratsraum
- Keller
- Küchenschränke
- geeignete Regale
- trockene Abstellräume
Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung empfiehlt ebenfalls, bereits bei der Planung zu berücksichtigen, welche Lagerflächen vorhanden sind und welche Alternativen bestehen, wenn Kühl- und Gefriergeräte durch einen Stromausfall nicht mehr funktionieren.
Mindesthaltbarkeitsdatum regelmäßig kontrollieren
Ein Notvorrat sollte nicht vergessen im Keller stehen.
Kontrolliere ihn regelmäßig.
Praktisch ist beispielsweise ein fester Termin:
zweimal jährlich Vorratscheck
Dabei kontrollierst du:
- Mindesthaltbarkeitsdatum
- beschädigte Verpackungen
- aufgeblähte Konservendosen
- Feuchtigkeit
- Schädlingsbefall
- fehlende Lebensmittel
- bereits verbrauchte Vorräte
Produkte mit kürzerer Haltbarkeit stellst du nach vorne.
Neu gekaufte Produkte kommen nach hinten.
So entsteht automatisch eine Rotation.
Vergiss einen manuellen Dosenöffner nicht
Das klingt banal, kann aber erstaunlich wichtig sein.
Viele Konserven besitzen zwar inzwischen einen Ringpull-Verschluss, längst aber nicht alle.
Ein einfacher manueller Dosenöffner sollte deshalb zum Vorrat gehören.
Ein elektrischer Dosenöffner hilft bei einem Stromausfall wenig.
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Lebensmittel für Kinder berücksichtigen
Familien sollten ihren Vorrat nicht ausschließlich anhand einer allgemeinen Erwachsenenliste zusammenstellen.
Kinder haben häufig andere Essgewohnheiten.
Lebensmittel, die ein Kind bereits im normalen Alltag nicht mag, werden wahrscheinlich auch während eines Stromausfalls nicht plötzlich beliebter.
Deshalb gehören auch vertraute Lebensmittel in den Vorrat.
Je nach Alter beispielsweise:
- Lieblingsmüsli
- Knäckebrot
- bestimmte Aufstriche
- Fruchtmus
- Snacks
- Kakao
- haltbare Lieblingsgerichte
Bei Säuglingen müssen zusätzlich Säuglingsnahrung und die notwendige hygienische Zubereitung berücksichtigt werden.
Allergien, Unverträglichkeiten und Medikamente beachten
Wer auf bestimmte Lebensmittel angewiesen ist, sollte besonders sorgfältig planen.
Das gilt beispielsweise bei:
- Lebensmittelallergien
- Zöliakie
- Laktoseintoleranz
- besonderen Stoffwechselerkrankungen
- vegetarischer oder veganer Ernährung
- medizinisch erforderlichen Diäten
Das BBK empfiehlt ausdrücklich, Allergien und individuelle Essgewohnheiten bei der Vorratsplanung zu berücksichtigen.
Spezielle Lebensmittel können während einer Versorgungskrise deutlich schwieriger zu beschaffen sein als Standardprodukte.
Hier kann deshalb sogar eine etwas größere Reserve sinnvoll sein.
Haustiere nicht vergessen
Auch Hunde, Katzen und andere Haustiere benötigen im Notfall Futter und Wasser.
Plane deshalb ebenfalls:
- Trockenfutter
- Nassfutter
- notwendige Medikamente
- Trinkwasser
- Streu oder andere Verbrauchsmaterialien
Die staatlichen Empfehlungen weisen ebenfalls darauf hin, den Bedarf von Haustieren in die Vorratsplanung einzubeziehen.
Die häufigsten Fehler beim Lebensmittelvorrat
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Fehler 1: Lebensmittel kaufen, die niemand mag
Der klassische Notvorrat aus Produkten, die normalerweise nie gegessen werden, wird kaum rotiert und irgendwann entsorgt.
Besser: Lebensmittel bevorraten, die ohnehin verwendet werden.
Fehler 2: Nur Nudeln und Reis lagern
Beides ist lange haltbar, benötigt aber Wasser und Energie.
Besser: Auch direkt verzehrbare Lebensmittel bevorraten.
Fehler 3: Nur den Gefrierschrank füllen
Ein voller Gefrierschrank ist ein guter Vorrat – solange Strom vorhanden ist.
Besser: Zusätzlich Lebensmittel lagern, die keine Kühlung benötigen.
Fehler 4: Wasser vergessen
Viele haltbare Lebensmittel müssen mit Wasser zubereitet werden.
Besser: Lebensmittel- und Wasservorrat gemeinsam planen.
Fehler 5: Keine Rotation
Lebensmittel werden eingelagert und jahrelang vergessen.
Besser: Vorrat regelmäßig im Alltag verbrauchen und ersetzen.
Fehler 6: Nur Kalorien zählen
10.000 Schokoriegel könnten theoretisch ebenfalls sehr viele Kalorien liefern – wären aber offensichtlich keine vernünftige Ernährung.
Besser: Auf eine Mischung aus Kohlenhydraten, Proteinen, Fetten, Obst und Gemüse achten.
Fehler 7: Alternative Zubereitung vergessen
Der gesamte Vorrat besteht aus Lebensmitteln, die gekocht werden müssen.
Besser: Einen Teil des Vorrats so auswählen, dass er kalt gegessen werden kann.
So baust du deinen 10-Tage-Vorrat Schritt für Schritt auf
Du musst nicht an einem Wochenende einen kompletten Einkaufswagen voller Konserven kaufen.
Ein wesentlich entspannterer Weg funktioniert beispielsweise so:
Woche 1
Zusätzlich kaufen:
- 2 Packungen Nudeln
- 2 Packungen Haferflocken
- 2 Konserven Gemüse
Woche 2
Zusätzlich:
- Reis oder Couscous
- 2–4 weitere Konserven
- H-Milch
- Nüsse
Woche 3
Zusätzlich:
- Obstkonserven
- Trockenfrüchte
- Fertiggerichte
- Speiseöl
Woche 4
Fehlende Lebensmittel ergänzen und Mengen kontrollieren.
Auf diese Weise entsteht fast unbemerkt ein brauchbarer Grundvorrat.
Danach musst du ihn nur noch rotieren.
Lebensmittelvorrat für 10 Tage – Checkliste
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Vorrat für alle Haushaltsmitglieder eingeplant
Lebensmittel für möglichst zehn Tage vorhanden
ausreichend Trinkwasser vorhanden
Lebensmittel ohne Kühlung vorhanden
direkt verzehrbare Lebensmittel vorhanden
Lebensmittel mit kurzer Kochzeit vorhanden
Obst und Gemüse eingeplant
Proteinquellen vorhanden
Öl oder andere Fettquellen vorhanden
Salz, Gewürze und Genussmittel vorhanden
manueller Dosenöffner vorhanden
alternative Kochmöglichkeit geprüft
Allergien und besondere Ernährung berücksichtigt
Kinder berücksichtigt
Haustierfutter vorhanden
Mindesthaltbarkeitsdaten kontrolliert
Vorrat wird regelmäßig verbraucht und erneuert
Fazit: Ein guter Notvorrat muss nicht kompliziert sein
Ein Lebensmittelvorrat für zehn Tage klingt zunächst nach einer großen Menge.
Tatsächlich lässt er sich jedoch ohne großen Aufwand Schritt für Schritt aufbauen.
Am sinnvollsten ist für die meisten Haushalte ein lebender Vorrat aus normalen Lebensmitteln, die ohnehin regelmäßig gegessen werden.
Achte dabei besonders darauf, dass dein Vorrat:
- lange haltbar ist,
- ohne Kühlung auskommt,
- teilweise ohne Kochen gegessen werden kann,
- wenig Wasser und Energie zur Zubereitung benötigt,
- zu den Essgewohnheiten deiner Familie passt
- und regelmäßig rotiert wird.
Du musst dabei nicht sofort zehn Tage erreichen.
Schon ein Vorrat für drei Tage verbessert deine Vorsorge deutlich. Danach kannst du ihn Stück für Stück auf fünf, sieben und schließlich zehn Tage erweitern.
Und vergiss nicht:
Lebensmittel sind nur ein Teil der Versorgung. Ohne ausreichend Trinkwasser funktioniert auch der beste Lebensmittelvorrat nicht.
Deshalb solltest du beide Bereiche gemeinsam planen.
Weiterführende Ratgeber:
→ Trinkwasser bevorraten – so viel Wasser brauchst du im Notfall
→ Wasserbedarf einer Familie berechnen
→ Kein Wasser bei Stromausfall – was jetzt wichtig ist
→ Kochen und Backen ohne Strom
→ Stromausfall – so bereitest du deinen Haushalt vor
→ Private Krisenvorsorge – die ersten 10 Schritte
