Router & Internet bei Stromausfall – So bleiben Sie auch im Blackout online

Ein Stromausfall bringt unseren Alltag oft schneller durcheinander, als viele Menschen vermuten. Während zunächst das Licht ausgeht und elektrische Geräte verstummen, fällt kurze Zeit später meist auch das WLAN aus. Kein Internet bedeutet heute weit mehr als nur den Verzicht auf Streaming oder Social Media: Messenger funktionieren nicht mehr, Smart-Home-Systeme verlieren ihre Verbindung, Online-Banking ist nicht erreichbar und wichtige Warnmeldungen können unter Umständen nicht mehr empfangen werden.

Beitragsbild im Comicstil zum Thema Router und Internet bei Stromausfall

Die gute Nachricht lautet jedoch: Ein Stromausfall bedeutet nicht automatisch, dass das Internet komplett ausfällt. In vielen Fällen funktioniert die Infrastruktur Ihres Internetanbieters weiterhin – lediglich die Geräte in Ihrem eigenen Zuhause benötigen eine Notstromversorgung.

Schon mit einer kleinen USV oder einer Powerstation lässt sich der Router oft über viele Stunden oder sogar mehrere Tage betreiben. Wer zusätzlich auf eine Powerstation mit Solarpanel setzt, kann die Laufzeit erheblich verlängern und bleibt unter günstigen Bedingungen auch bei längeren Stromausfällen online.

In diesem Ratgeber erfahren Sie,


Warum Internet im Krisenfall so wichtig ist

Noch vor wenigen Jahren war das Internet hauptsächlich ein Komfortmerkmal. Heute ist es für viele Menschen ein wesentlicher Bestandteil der täglichen Kommunikation und Informationsbeschaffung.

Gerade in außergewöhnlichen Situationen kann eine funktionierende Internetverbindung entscheidend sein.

Sie ermöglicht unter anderem:

  • den Empfang von Warnmeldungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (BBK),
  • aktuelle Informationen zu Wetterlagen und Hochwasser,
  • Nachrichten über regionale Stromausfälle,
  • Kontakt zu Angehörigen per Messenger oder Videotelefonie,
  • E-Mails und Homeoffice,
  • Online-Banking oder digitale Behördendienste,
  • die Steuerung lokaler Smart-Home-Systeme,
  • den Zugriff auf Cloud-Dokumente.

Insbesondere in den ersten Stunden eines Stromausfalls möchten viele Menschen wissen, wie groß das betroffene Gebiet ist, wie lange der Ausfall voraussichtlich dauert und welche Maßnahmen empfohlen werden. Ohne Internet sind diese Informationen häufig nur noch über Radio oder persönliche Kontakte verfügbar.


Was passiert technisch bei einem Stromausfall?

Viele Menschen stellen sich das Internet wie einen Lichtschalter vor: Strom weg – Internet weg.

Die Realität ist etwas komplexer.

Eine Internetverbindung besteht aus mehreren Komponenten, die sich an unterschiedlichen Orten befinden.

Infografik im Comic-Stil zum Thema Internet bei Stromausfall - Was passiert technisch?
 

Dabei gehören nur die letzten Geräte Ihnen selbst.

Die eigentliche Internet-Infrastruktur befindet sich außerhalb Ihres Hauses.

Das bedeutet:

Fällt lediglich in Ihrem Haus der Strom aus, kann die Verbindung zum Internet weiterhin bestehen.

Es fehlt lediglich die Stromversorgung für Modem und Router.

Genau hier setzen USV-Anlagen und Powerstations an.


Unterschied zwischen DSL, Kabel und Glasfaser

Je nach Anschlussart unterscheiden sich die benötigten Geräte.

DSL

Bei einem klassischen DSL-Anschluss genügt häufig bereits der Router.

Viele Fritz!Box-Modelle besitzen das DSL-Modem bereits integriert.

Benötigt werden dann lediglich:

  • Router
  • Netzteil

Der Stromverbrauch bleibt entsprechend gering.


Kabelanschluss

Beim Kabelinternet befindet sich häufig zusätzlich ein separates Kabelmodem im Haus.

Dann benötigen Strom:

  • Kabelmodem
  • Router

Wer lediglich den Router absichert, wird feststellen, dass trotzdem keine Internetverbindung aufgebaut werden kann.


Glasfaser

Auch Glasfaseranschlüsse besitzen häufig ein separates Glasfasermodem (ONT).

Hier werden benötigt:

  • ONT (Optical Network Terminal)
  • Router

Gerade dieser Punkt wird in vielen Ratgebern vergessen.

Ein Router ohne ONT kann keine Verbindung zum Glasfasernetz herstellen.


Wann funktioniert das Internet trotz Stromausfall?

Infografik im Comic-Stil zum Thema Internet bei Stromausfall - Szenarien

Das hängt maßgeblich davon ab, wie groß der Stromausfall ist.

Szenario 1: Nur Ihr Haus ist betroffen

Dies ist der günstigste Fall.

Beispielsweise löst eine Sicherung aus oder Bauarbeiten beschädigen lediglich die Stromversorgung Ihres Hauses.

Alle Einrichtungen des Internetanbieters arbeiten weiterhin.

Mit einer kleinen Notstromversorgung bleiben Sie problemlos online.


Szenario 2: Mehrere Straßen oder ein Ort sind betroffen

Viele Vermittlungsstellen besitzen eine eigene Notstromversorgung.

Je nach Anbieter kommen Akkus oder Notstromaggregate zum Einsatz.

Dadurch funktioniert das Internet oftmals noch mehrere Stunden.

Wie lange genau, lässt sich pauschal nicht beantworten.


Szenario 3: Großflächiger Blackout

Bei einem länger andauernden, großflächigen Stromausfall verändert sich die Situation deutlich.

Nach und nach werden auch Einrichtungen des Netzbetreibers ihren Notstrom aufbrauchen.

Dann fallen aus:

  • Vermittlungsstellen
  • Glasfaserknoten
  • Kabelverteiler
  • Mobilfunkmasten

In diesem Fall hilft auch die beste Powerstation nicht mehr.

Deshalb gehört zu einer guten Krisenvorsorge immer auch ein batteriebetriebenes Radio oder ein Kurbelradio.


Welche Geräte benötigen tatsächlich Strom?

Viele Menschen denken lediglich an ihren WLAN-Router.

In modernen Haushalten hängen jedoch oft deutlich mehr Geräte am Netzwerk.

GerätNotwendig für Internet?Strombedarf
DSL-RouterJa6–12 Watt
GlasfasermodemJa3–8 Watt
KabelmodemJa5–10 Watt
WLAN Access Pointhäufig5–10 Watt
Netzwerk-Switchhäufig5–15 Watt
Mesh-Repeateroptional4–8 Watt
NASnein20–50 Watt
Smart-Home-Zentraleoptional3–10 Watt

Für die reine Internetverbindung reichen häufig bereits weniger als 20 Watt Gesamtleistung.

Das macht Router zu idealen Kandidaten für den Betrieb an kleinen Powerstations.


Wie viel Strom verbraucht ein Router?

Im Vergleich zu vielen Haushaltsgeräten gehören Router zu den sparsamsten elektrischen Verbrauchern.

Einige typische Werte:

GerätLeistungsaufnahme
Fritz!Box 7530 AXca. 7 Watt
Fritz!Box 7590 AXca. 11 Watt
Glasfasermodemca. 5 Watt
kleiner Switchca. 6 Watt

Ein komplettes Heimnetzwerk benötigt damit häufig weniger Strom als eine LED-Lampe.

Das ist ein großer Vorteil für die Notstromversorgung.


Warum Router ideale Notstrom-Kandidaten sind

Während Kühlschrank, Wasserkocher oder Heizlüfter enorme Leistungen benötigen, genügt für einen Router bereits eine vergleichsweise kleine Batterie.

Das bedeutet:

  • lange Laufzeiten,
  • geringe Anschaffungskosten,
  • kaum Energieverluste,
  • hohe Versorgungssicherheit.

Schon eine kleine Powerstation mit 300 bis 500 Wh Kapazität kann Router und Modem oft deutlich länger versorgen, als viele Menschen erwarten.

Welche Notstromlösungen eignen sich für Router und Internet?

Nicht jede Notstromlösung ist für jeden Einsatzzweck gleich gut geeignet. Entscheidend ist vor allem die Dauer des Stromausfalls und welche Geräte zusätzlich versorgt werden sollen.

Für einen Router genügt bereits eine vergleichsweise kleine Stromquelle. Sollen jedoch gleichzeitig Notebook, Smartphone, Beleuchtung oder Smart-Home-Zentrale betrieben werden, empfiehlt sich eine leistungsfähigere Lösung.

Im Wesentlichen kommen drei Varianten infrage.


Lösung 1: Die USV – ideal für kurze Stromausfälle

Eine USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) ist die klassische Lösung für Router, Computer und Server.

Sie enthält einen eingebauten Akku und übernimmt bei einem Stromausfall innerhalb weniger Millisekunden automatisch die Stromversorgung.

Der große Vorteil:

Sie müssen nichts umstecken und bemerken den Stromausfall beim Internet oft gar nicht.

Vorteile einer USV

✅ automatische Umschaltung

✅ Router startet nicht neu

✅ WLAN bleibt ohne Unterbrechung verfügbar

✅ Schutz vor Spannungsschwankungen

✅ Schutz vor kurzen Netzausfällen

Gerade bei kurzen Stromausfällen von wenigen Minuten bis ein oder zwei Stunden ist eine USV die komfortabelste Lösung.


Nachteile einer USV

USV-Anlagen besitzen meist relativ kleine Akkus.

Sie eignen sich deshalb weniger für längere Stromausfälle.

Typische Laufzeiten:

LeistungsaufnahmeKleine USVGroße USV
10 Watt6–12 Stundenbis 20 Stunden
20 Watt3–6 Stunden10–15 Stunden
40 Watt1–3 Stunden5–8 Stunden

Für einen Blackout über mehrere Tage reicht das meist nicht aus.

👉 Interner Link: USV für Zuhause – Schutz bei Stromausfällen

🔋 USV für Stromausfall und wichtige Geräte

Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) kann bei kurzen Stromausfällen wichtige Geräte weiter mit Energie versorgen oder zumindest ein sicheres Herunterfahren ermöglichen. Besonders interessant ist sie zum Beispiel für Router, NAS, Computer oder andere empfindliche Technik.

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Lösung 2: Powerstation – der Allrounder

Eine moderne Powerstation eignet sich hervorragend für die Krisenvorsorge.

Sie arbeitet im Prinzip wie ein großer Akku mit verschiedenen Anschlüssen:

  • 230-Volt-Steckdosen
  • USB-A
  • USB-C
  • 12-Volt-Ausgänge

Der Router wird einfach wie gewohnt angeschlossen.

Der Vorteil gegenüber einer USV:

Die Akkukapazität ist meist deutlich größer.

Dadurch verlängert sich die Laufzeit erheblich.


Was kann eine Powerstation zusätzlich versorgen?

Neben dem Router lassen sich häufig gleichzeitig betreiben:

  • Smartphone
  • Tablet
  • Notebook
  • LED-Beleuchtung
  • Funkgeräte
  • Radio
  • kleinere Monitore
  • Kameras
  • Smart-Home-Zentrale

Damit wird die Powerstation schnell zum zentralen Baustein einer privaten Notstromversorgung.

🔋 Powerstation für Stromausfall und Krisenvorsorge

Eine Powerstation kann bei einem Stromausfall wichtige Geräte wie Router, Lampen, Smartphones oder kleinere Haushaltsgeräte mit Energie versorgen. Je nach Kapazität und Ausgangsleistung eignet sie sich als flexible Stromreserve für mehrere Stunden oder länger.

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Beispiel: Router an einer 500-Wh-Powerstation

Nehmen wir einen typischen Haushalt.

Verbrauch:

  • Router: 10 Watt
  • Glasfasermodem: 5 Watt

Gesamt:

15 Watt

Rechnung:

500 Wh ÷ 15 W = rund 33 Stunden

Da Wechselrichter nie völlig verlustfrei arbeiten, sollten etwa 10 bis 15 Prozent Sicherheitsreserve eingeplant werden.

In der Praxis ergibt sich deshalb eine Laufzeit von ungefähr 28 bis 30 Stunden.

Schon mit einer vergleichsweise kleinen Powerstation lässt sich also mehr als ein ganzer Tag überbrücken.


Laufzeit verschiedener Powerstations

Die folgende Tabelle zeigt ungefähre Praxiswerte bei einem Router mit Modem und einer Leistungsaufnahme von rund 15 Watt.

AkkukapazitätPraktische Laufzeit
250 Whca. 14 Stunden
500 Whca. 30 Stunden
750 Whca. 45 Stunden
1.000 Whca. 60 Stunden
2.000 Whüber 5 Tage

Die tatsächliche Laufzeit hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Alter des Akkus
  • Umgebungstemperatur
  • Wirkungsgrad des Wechselrichters
  • zusätzlicher Stromverbrauch weiterer Geräte

Lösung 3: Powerstation mit Solarpanel

Für längere Stromausfälle ist eine Powerstation mit Solarpanel besonders interessant.

Sobald wieder Sonnenlicht zur Verfügung steht, kann der Akku tagsüber nachgeladen werden.

Dadurch lässt sich die verfügbare Energie deutlich verlängern.

An sonnigen Sommertagen kann ein Router theoretisch dauerhaft betrieben werden, solange:

  • ausreichend Sonnenenergie vorhanden ist,
  • die Powerstation genügend Solarleistung aufnehmen kann und
  • die Infrastruktur des Internetanbieters weiterhin funktioniert.

Natürlich ersetzt ein Solarpanel keinen Netzanschluss, bietet aber gerade bei mehrtägigen Ausfällen einen erheblichen Vorteil.

👉 Interner Link: Powerstation mit Solarpanel – Autarke Energieversorgung

☀️🔋 Powerstation mit Solarpanel für die Krisenvorsorge

Eine Powerstation mit Solarpanel verbindet einen mobilen Stromspeicher mit der Möglichkeit, bei ausreichend Sonne Energie nachzuladen. Für längere Stromausfälle oder den Einsatz unabhängig vom Stromnetz kann diese Kombination besonders interessant sein.

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Mobilfunk als Alternative

Nicht immer ist der Festnetzanschluss die einzige Möglichkeit, online zu bleiben.

Viele Smartphones können als mobiler WLAN-Hotspot genutzt werden.

Dabei verwendet das Smartphone die Mobilfunkverbindung und stellt diese anderen Geräten per WLAN zur Verfügung.

Das kann sinnvoll sein, wenn beispielsweise:

  • DSL ausgefallen ist,
  • Glasfaser gestört ist,
  • der Router defekt ist oder
  • kurzfristig eine Ersatzverbindung benötigt wird.

Aber Achtung: Auch Mobilfunk benötigt Strom

Ein häufiger Irrtum lautet:

„Wenn das Festnetz ausfällt, nehme ich einfach das Handy.“

So einfach ist es leider nicht.

Mobilfunkmasten verfügen zwar häufig über Akkus oder Notstromsysteme, diese sind jedoch nur für einen begrenzten Zeitraum ausgelegt.

Je nach Standort können Mobilfunknetze bei längeren Stromausfällen ebenfalls ausfallen oder stark überlastet sein.

Besonders unmittelbar nach einem größeren Stromausfall versuchen viele Menschen gleichzeitig, Angehörige zu erreichen oder Informationen abzurufen. Dadurch steigt die Netzbelastung erheblich.

Deshalb sollte Mobilfunk immer als sinnvolle Ergänzung betrachtet werden – nicht als alleinige Notfalllösung.


Smart Home bei Stromausfall

Viele moderne Haushalte nutzen heute Smart-Home-Systeme.

Ob diese während eines Stromausfalls funktionieren, hängt davon ab, wie sie aufgebaut sind.

Lokal arbeitende Systeme

Lösungen wie Home Assistant oder andere lokal betriebene Smart-Home-Zentralen können häufig weiterarbeiten, wenn folgende Geräte mit Strom versorgt werden:

  • Router
  • Switch
  • Smart-Home-Zentrale
  • Zigbee- oder Matter-Hub
  • WLAN-Access-Point

Automationen innerhalb des Hauses laufen dann häufig ganz normal weiter.


Cloudbasierte Systeme

Viele Hersteller setzen dagegen vollständig auf Cloud-Dienste.

Fällt die Internetverbindung aus oder ist der Cloud-Dienst nicht erreichbar, funktionieren manche Geräte nur noch eingeschränkt oder gar nicht.

Wer seine Krisenvorsorge ernst nimmt, sollte deshalb möglichst auf Systeme setzen, die auch lokal arbeiten können.


Heimnetz sinnvoll priorisieren

Infografik im Comic-Stil zum Thema Internet bei Stromausfall - Was muss laufen

Während eines Stromausfalls muss nicht das komplette Heimnetzwerk laufen.

Oft genügt es, die wichtigsten Komponenten mit Energie zu versorgen.

Eine sinnvolle Priorität könnte so aussehen:

Priorität 1 – unverzichtbar

  • Router
  • Modem
  • Smartphone-Ladegerät

Priorität 2 – sinnvoll

  • Smart-Home-Zentrale
  • Netzwerk-Switch
  • Access Point

Priorität 3 – nur bei ausreichend Energie

  • NAS
  • Drucker
  • Multimedia-Geräte
  • Fernseher
  • Gaming-PC

So lässt sich die verfügbare Akkukapazität deutlich länger nutzen.


Beispiel aus der Praxis

Stellen Sie sich vor, in Ihrem Ort fällt am Abend gegen 19 Uhr der Strom aus.

Ihre Powerstation versorgt:

  • Router
  • Glasfasermodem
  • Home-Assistant-Server
  • Smartphone-Ladegerät

Während viele Nachbarn bereits kein WLAN mehr haben, können Sie weiterhin:

  • aktuelle Meldungen abrufen,
  • Warn-Apps nutzen,
  • Angehörige informieren,
  • Ihr Smart Home überwachen,
  • den Akkustand Ihrer Notstromversorgung kontrollieren.

Selbst wenn der Strom erst am nächsten Abend zurückkehrt, reicht eine mittelgroße Powerstation in vielen Fällen problemlos aus.

So bereiten Sie Ihr Heimnetz auf einen Stromausfall vor

Die beste Notstromlösung hilft wenig, wenn sie im Ernstfall nicht einsatzbereit ist. Deshalb lohnt es sich, das Heimnetz bereits im Vorfeld einmal zu testen.

Mit den folgenden Schritten sind Sie gut vorbereitet.

1. Prüfen Sie Ihren Internetanschluss

Finden Sie zunächst heraus:

  • Nutzen Sie DSL, Kabel oder Glasfaser?
  • Gibt es ein separates Modem (z. B. ONT bei Glasfaser)?
  • Welche Geräte gehören zwingend zur Internetverbindung?

Oft wird erst im Stromausfall bemerkt, dass neben dem Router noch ein weiteres Gerät mit Strom versorgt werden muss.


2. Stromverbrauch messen

Ein kleines Energiekostenmessgerät zeigt schnell, wie viel Leistung Router, Modem und weitere Netzwerkgeräte tatsächlich aufnehmen.

Die Werte liegen häufig deutlich unter den Erwartungen.

Je genauer Sie den Verbrauch kennen, desto besser lässt sich die notwendige Akkukapazität planen.


3. Notstromversorgung testen

Schließen Sie Router und Modem an die geplante USV oder Powerstation an.

Anschließend:

  • Netzstecker ziehen
  • Internetverbindung prüfen
  • WLAN testen
  • Smartphone verbinden
  • Internetseiten aufrufen

So erkennen Sie mögliche Probleme bereits im Alltag und nicht erst im Ernstfall.


4. Akkus regelmäßig kontrollieren

Powerstations und USV-Anlagen sollten nicht jahrelang unbeachtet im Keller stehen.

Mindestens alle drei bis sechs Monate empfiehlt es sich,

  • den Ladezustand zu kontrollieren,
  • gegebenenfalls nachzuladen,
  • einen kurzen Funktionstest durchzuführen und
  • vorhandene Software-Updates einzuspielen.

So bleibt die Technik im Ernstfall zuverlässig einsatzbereit.


Checkliste: Internet bei Stromausfall

Nutzen Sie diese Liste als Orientierung für Ihre persönliche Krisenvorsorge.

✓ Internetanschluss bekannt (DSL, Kabel oder Glasfaser)

✓ Router vorhanden

✓ Modem berücksichtigt

✓ Passende Powerstation oder USV vorhanden

✓ Netzteile griffbereit

✓ Smartphone-Ladegeräte vorbereitet

✓ WLAN getestet

✓ Notfallkontakte gespeichert

✓ Batterieradio vorhanden

✓ Powerstation regelmäßig geladen

Wer diese Punkte erfüllt, hat bereits einen wichtigen Schritt zu mehr Unabhängigkeit gemacht.


Typische Fehler bei Router und Internet im Stromausfall

Infografik im Comic-Stil zum Thema Internet bei Stromausfall - Häufige Fehler

Viele Probleme entstehen nicht durch fehlende Technik, sondern durch kleine Planungsfehler.

❌ Nur den Router absichern

Gerade bei Glasfaser- oder Kabelanschlüssen wird häufig das zusätzliche Modem vergessen.

Ohne dieses Gerät bleibt der Router trotz Stromversorgung offline.


❌ Die Laufzeit überschätzen

Eine Powerstation versorgt oft nicht nur den Router.

Wer zusätzlich Fernseher, Notebook, Lampen oder Kühlbox anschließt, verkürzt die Laufzeit erheblich.

Deshalb sollte die verfügbare Energie bewusst eingeteilt werden.


❌ Die Powerstation leer lagern

Lithium-Akkus sollten nicht dauerhaft vollständig entladen gelagert werden.

Ein regelmäßiger Ladecheck erhöht die Lebensdauer und stellt sicher, dass die Powerstation im Ernstfall einsatzbereit ist.


❌ Mobilfunk als selbstverständlich ansehen

Auch Mobilfunknetze können bei größeren Stromausfällen überlastet sein oder später ausfallen.

Ein funktionierender Router ersetzt daher keine alternative Informationsquelle.


❌ Kein Radio besitzen

Selbst wenn das Internet zunächst noch funktioniert, kann sich die Situation bei einem länger andauernden Blackout ändern.

Ein batteriebetriebenes oder kurbelbetriebenes Radio gehört deshalb weiterhin zur Grundausstattung jeder Krisenvorsorge.


Welche Geräte sollten gemeinsam abgesichert werden?

Nicht jedes Netzwerkgerät muss im Notfall weiterlaufen.

Für die meisten Haushalte reicht folgende Grundausstattung vollkommen aus:

GerätEmpfehlung
Router✅ unbedingt
Glasfasermodem / Kabelmodem✅ unbedingt
Smartphone-Ladegerät✅ unbedingt
Netzwerk-Switch✅ falls benötigt
WLAN-Access-Point✅ falls notwendig
Home-Assistant-Server✅ sinnvoll
NAS❌ meist verzichtbar
Drucker❌ nicht erforderlich
Fernseher❌ spart Energie

So bleibt der Stromverbrauch niedrig und die Laufzeit der Notstromversorgung möglichst lang.


FAQ – Häufige Fragen

Funktioniert mein WLAN bei einem Stromausfall?

Ja – sofern Router und gegebenenfalls Modem weiterhin mit Strom versorgt werden.


Kann ich meine Fritz!Box an einer Powerstation betreiben?

Ja. Aufgrund ihres geringen Stromverbrauchs eignet sich eine Fritz!Box hervorragend für den Betrieb an einer Powerstation oder einer USV.


Reicht eine kleine USV aus?

Für kurze Stromausfälle von einigen Minuten bis wenigen Stunden meist ja.

Bei längeren Stromausfällen bietet eine Powerstation deutlich mehr Reserven.


Funktioniert Glasfaser auch ohne Strom?

Die Glasfaserleitung selbst benötigt keinen Strom. Das Glasfasermodem (ONT), Ihr Router und die Technik des Netzbetreibers müssen jedoch weiterhin mit Energie versorgt werden.


Kann ich einfach den Handy-Hotspot nutzen?

Das ist grundsätzlich möglich, solange das Mobilfunknetz verfügbar ist. Bei längeren oder großflächigen Stromausfällen können jedoch auch Mobilfunkmasten ausfallen oder überlastet sein.


Wie groß sollte eine Powerstation für den Router sein?

Für Router und Modem genügt oft bereits eine Powerstation mit 300 bis 500 Wh. Soll zusätzlich weitere Technik betrieben werden, kann sich ein größeres Modell mit 1.000 Wh oder mehr lohnen.


Unser Praxistipp

Internet ist wichtig – Informationen sind wichtiger.

Eine Notstromversorgung für Router und Modem ist eine sinnvolle Ergänzung der Krisenvorsorge. Verlassen Sie sich jedoch nicht ausschließlich auf das Internet. Halten Sie zusätzlich ein Batterieradio oder Kurbelradio bereit und laden Sie wichtige Telefonnummern sowie Notfalldokumente auch offline auf Ihr Smartphone. So bleiben Sie selbst dann handlungsfähig, wenn das Internet oder das Mobilfunknetz zeitweise ausfallen.


Fazit

Ein Stromausfall bedeutet nicht zwangsläufig das Ende Ihrer Internetverbindung. In vielen Fällen arbeitet die Infrastruktur des Internetanbieters zunächst weiter – lediglich die Geräte in Ihrem Zuhause benötigen eine zuverlässige Stromversorgung.

Gerade Router und Modem verbrauchen nur wenig Energie und lassen sich deshalb problemlos über eine USV oder eine Powerstation betreiben. Mit einer Powerstation und einem Solarpanel kann die Laufzeit sogar erheblich verlängert werden.

Ebenso wichtig ist jedoch ein realistischer Blick auf die Grenzen dieser Lösungen. Bei großflächigen oder länger andauernden Blackouts können auch Vermittlungsstellen und Mobilfunkmasten ihren Notstrom aufbrauchen. Deshalb sollte das Internet immer Teil eines umfassenden Notfallkonzepts sein – ergänzt durch ein Batterieradio, geladene Akkus und weitere unabhängige Informationsquellen.

Wer sein Heimnetz bereits heute sinnvoll vorbereitet, erhöht nicht nur den Komfort bei kurzen Stromausfällen, sondern verbessert auch die eigene Handlungsfähigkeit in echten Krisensituationen.


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