Ein eigener Brunnen kann in einer Krise plötzlich enorm wertvoll werden. Fällt die öffentliche Wasserversorgung aus, steht möglicherweise weiterhin eine große Menge Wasser direkt auf dem eigenen Grundstück zur Verfügung.
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Doch genau hier lauert ein gefährlicher Irrtum:
Brunnenwasser ist nicht automatisch Trinkwasser.
Auch vollkommen klares, geruchloses und angenehm schmeckendes Wasser kann Bakterien, Nitrat, Pflanzenschutzmittel oder andere unerwünschte Stoffe enthalten. Wer einen Garten- oder Hausbrunnen als Teil seiner Krisenvorsorge einplanen möchte, sollte deshalb bereits vor einem Notfall wissen, wofür das Wasser geeignet ist und wie es im Ernstfall genutzt werden kann.
In diesem Ratgeber erfährst du, welche Rolle ein eigener Brunnen bei der Wasserversorgung spielen kann, wann Brunnenwasser zum Trinken geeignet ist und welche Möglichkeiten zur Aufbereitung bestehen.
- Gartenbrunnen, Hausbrunnen oder Notbrunnen – Was ist der Unterschied?
- Ist Brunnenwasser automatisch Trinkwasser?
- Brunnenwasser im Notfall aufbereiten
- Wann sollte Brunnenwasser besser nicht getrunken werden?
- Was passiert mit dem Brunnen bei einem Stromausfall?
- Typische Fehler im Umgang mit Brunnenwasser
- Brunnenwasser-Checkliste für die Krisenvorsorge
Warum ein Brunnen bei der Krisenvorsorge interessant ist
Bei einem länger andauernden Stromausfall oder einer Störung der Wasserversorgung können alltägliche Dinge schnell schwierig werden.
Wasser wird schließlich nicht nur zum Trinken benötigt.
Auch für
- Kochen,
- Körperpflege,
- Toilettenspülung,
- Reinigung,
- Haustiere,
- Garten und Nutzpflanzen
werden erhebliche Mengen benötigt.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt für die Eigenvorsorge einen Vorrat von möglichst 2 Litern Trinkwasser pro Person und Tag für zehn Tage.
Damit lässt sich der wichtigste Bedarf für Trinken und Kochen zunächst absichern.
Für einen Haushalt mit vier Personen wären das bereits:
4 Personen × 2 Liter × 10 Tage = 80 Liter Trinkwasser
Der tatsächliche Wasserbedarf eines Haushalts ist allerdings wesentlich höher.
Genau hier kann ein Brunnen besonders hilfreich sein: Selbst wenn das Brunnenwasser nicht als Trinkwasser geeignet ist, kann es unter Umständen große Mengen des benötigten Brauchwassers bereitstellen.
Gartenbrunnen, Hausbrunnen oder Notbrunnen – was ist der Unterschied?
Nicht jeder Brunnen erfüllt denselben Zweck.
Gartenbrunnen
Viele private Brunnen wurden ausschließlich zur Gartenbewässerung gebaut.
Das geförderte Grundwasser wird beispielsweise für Rasensprenger, Bewässerungssysteme oder zum Befüllen von Regentonnen verwendet.
Ob dieses Wasser Trinkwasserqualität besitzt, wurde häufig nie untersucht.
Deshalb gilt:
Ein Gartenbrunnen sollte nicht allein deshalb als Trinkwasserquelle betrachtet werden, weil das Wasser sauber aussieht.
Als Brauchwasserreserve kann er dennoch äußerst wertvoll sein.
Hausbrunnen
In einigen Häusern erfolgt die Trinkwasserversorgung vollständig oder teilweise über einen eigenen Brunnen.
Solche Eigenwasserversorgungsanlagen unterliegen Anforderungen der Trinkwasserverordnung.
Das Gesundheitsamt überwacht unter anderem Eigenwasserversorgungsanlagen. Betreiber müssen das Wasser mindestens einmal jährlich auf bestimmte mikrobiologische Parameter untersuchen lassen; weitere Untersuchungsintervalle werden vom Gesundheitsamt festgelegt.
Ein regelmäßig untersuchter und ordnungsgemäß betriebener Hausbrunnen bietet deshalb eine wesentlich bessere Ausgangslage für die Notfallvorsorge.
Öffentliche Notbrunnen
Davon zu unterscheiden sind staatliche Trinkwassernotbrunnen.
In Deutschland existieren mehrere Tausend solcher leitungsunabhängigen Anlagen. Sie dienen als Rückfallebene für die Trinkwassernotversorgung. Das BBK nennt mehr als 5.000 solcher Notbrunnen beziehungsweise Notquellen.
Im Einsatzfall erfolgt die Wasserabgabe organisiert über Zapfstellen. Dabei können beispielsweise auch Desinfektionsmaßnahmen vorgesehen sein.
Diese Anlagen sind also nicht mit einem privaten Gartenbrunnen gleichzusetzen.
Ist Brunnenwasser automatisch Trinkwasser?
Nein.
Grundwasser besitzt zwar häufig eine gute Qualität, trotzdem können verschiedene Verunreinigungen auftreten.
Das Umweltbundesamt empfiehlt Betreibern eigener Brunnen ausdrücklich regelmäßige Wasseranalysen, um mögliche Schadstoffe oder Krankheitserreger festzustellen.
Mögliche Belastungen sind beispielsweise:
- Bakterien und andere Mikroorganismen
- Nitrat
- Pflanzenschutzmittel
- Schwermetalle
- Stoffe aus Altlasten
- Einträge aus Landwirtschaft oder Tierhaltung
- Verunreinigungen durch undichte Abwasseranlagen
- Oberflächenwasser nach Starkregen oder Hochwasser
Besonders landwirtschaftliche Nutzung in der Umgebung eines Brunnens kann beispielsweise zu Einträgen von Nitrat, Pflanzenschutzmitteln und Krankheitserregern ins Grundwasser führen.
Ein Glas klares Wasser sagt deshalb fast nichts über seine tatsächliche hygienische und chemische Qualität aus.
Der entscheidende Unterschied: Trinkwasser oder Brauchwasser
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Für die Krisenvorsorge ist es sinnvoll, Brunnenwasser zunächst in zwei mögliche Verwendungsbereiche einzuteilen.
Trinkwasser
Hierzu zählt Wasser für:
- Trinken
- Kochen
- Zähneputzen
- Zubereitung von Babynahrung
- Einnahme von Medikamenten
- Zubereitung von Lebensmitteln
Hier sind besonders hohe Anforderungen an die Wasserqualität notwendig.
Brauchwasser
Wesentlich weniger kritisch ist Wasser beispielsweise für:
- Toilettenspülung
- Reinigung
- Gartenbewässerung
- teilweise Waschen
- andere technische Zwecke
Ein Brunnen, dessen Trinkwasserqualität unbekannt ist, kann deshalb trotzdem eine hervorragende Brauchwasserquelle darstellen.
Und gerade das kann im Notfall den wertvollen Trinkwasservorrat erheblich entlasten.
Brunnenwasser untersuchen lassen – am besten vor der Krise
Wer seinen eigenen Brunnen als Bestandteil der Krisenvorsorge einplanen möchte, sollte die Wasserqualität nicht erst untersuchen lassen, wenn kein Leitungswasser mehr vorhanden ist.
Eine Laboranalyse schafft bereits vorher Klarheit.
Je nach Brunnen und örtlichen Gegebenheiten können unter anderem mikrobiologische sowie chemische Parameter untersucht werden.
Das Umweltbundesamt bezeichnet das örtliche Gesundheitsamt als erste Anlaufstelle für Fragen rund um Hausbrunnen und Quellen. Dort kann man auch erfahren, welche Untersuchungen sinnvoll oder erforderlich sind.
Der große Vorteil:
Du weißt bereits vor einer Krise, ob dein Brunnen lediglich für Brauchwasser oder grundsätzlich auch zur Trinkwasserversorgung infrage kommt.
Achtung: Die Wasserqualität kann sich verändern
Eine einmalige gute Wasseranalyse ist keine Garantie dafür, dass das Wasser dauerhaft dieselbe Qualität besitzt.
Die Bedingungen im Umfeld eines Brunnens können sich verändern.
Besonders aufmerksam solltest du nach Ereignissen wie
- Starkregen,
- Überschwemmungen,
- Hochwasser,
- längeren Stillstandszeiten,
- baulichen Veränderungen,
- Arbeiten am Brunnen,
- Beschädigungen der Brunnenabdeckung
sein.
Nach einem Hochwasser kann beispielsweise Oberflächenwasser mit Verunreinigungen in einen Brunnen gelangen.
Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass bei überfluteten Hausbrunnen besondere Vorsicht erforderlich ist und die reguläre Nutzung erst wieder erfolgen sollte, wenn der Brunnen ordnungsgemäß arbeitet und entsprechende Wasserproben unauffällig sind.
Nach einer Überflutung sollte ein Brunnen deshalb nicht einfach wieder als Trinkwasserquelle genutzt werden.
Kann man unbekanntes Brunnenwasser einfach abkochen?
Das ist einer der wichtigsten Punkte des gesamten Themas.
Nein – Abkochen macht unbekanntes Brunnenwasser nicht automatisch zu sicherem Trinkwasser.
Durch ausreichend starkes Erhitzen lassen sich viele krankmachende Mikroorganismen unschädlich machen.
Gegen chemische Belastungen hilft Abkochen dagegen nicht zuverlässig.
Dazu können beispielsweise gehören:
- Nitrat
- Schwermetalle
- Pflanzenschutzmittel
- andere Chemikalien
Das Umweltbundesamt weist beispielsweise darauf hin, dass Grundwasser durch Nitrat und Pflanzenschutzmittel belastet sein kann.
Deshalb ist folgende Aussage wichtig:
Abkochen ist eine Maßnahme gegen mikrobiologische Risiken – keine Universalaufbereitung für unbekanntes Wasser.
Und was ist mit einem Wasserfilter?
Auch hier kommt es darauf an, welchen Filter man verwendet.
Ein mechanischer Outdoor- oder Hohlfaserfilter kann je nach Bauart beispielsweise
- Schwebstoffe,
- Protozoen,
- viele Bakterien
entfernen.
Aktivkohle kann zusätzlich bestimmte organische Stoffe sowie Geschmacks- und Geruchsstoffe reduzieren.
Doch auch ein handelsüblicher Wasserfilter entfernt nicht automatisch sämtliche möglichen chemischen Verunreinigungen.
Deshalb sollte niemals davon ausgegangen werden:
Brunnenwasser + beliebiger Wasserfilter = garantiert sicheres Trinkwasser.
Welche Stoffe tatsächlich entfernt werden können, hängt immer vom jeweiligen Filtersystem ab.
Für eine ausführliche Erklärung findest du auf dieser Seite auch den Ratgeber „Wasser filtern in Krisenzeiten“.
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Brunnenwasser im Notfall aufbereiten
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Ist die Wasserqualität grundsätzlich bekannt und besteht vor allem ein mögliches mikrobiologisches Risiko, kann eine mehrstufige Aufbereitung sinnvoll sein.
Ein mögliches Prinzip lautet:
Brunnenwasser → Vorfilterung → geeignete Wasserfiltration → Desinfektion → saubere Lagerung
Schritt 1: Wasser beurteilen
Prüfe zunächst:
- Ist das Wasser ungewöhnlich trüb?
- Hat sich der Geruch verändert?
- Gibt es Verfärbungen?
- Gab es Starkregen oder Hochwasser?
- Könnten Chemikalien in der Umgebung ausgetreten sein?
- Ist der Brunnen beschädigt?
Bei ungewöhnlichen Veränderungen sollte das Wasser nicht vorschnell getrunken werden.
Die Trinkwasserverordnung sieht beispielsweise auffällige Veränderungen von Farbe, Geruch, Geschmack oder Trübung als relevante Ereignisse an, die bei entsprechenden Wasserversorgungsanlagen untersucht werden müssen.
Schritt 2: Grobe Schwebstoffe entfernen
Trübes Wasser erschwert viele weitere Aufbereitungsschritte.
Deshalb können grobe Verunreinigungen zunächst entfernt werden.
Das kann beispielsweise durch Vorfilter erfolgen.
Schritt 3: Wasser filtern
Ein für den jeweiligen Zweck geeigneter Wasserfilter kann weitere Partikel und – abhängig vom Filtersystem – Mikroorganismen oder bestimmte chemische Stoffe reduzieren.
Entscheidend sind immer die Herstellerangaben und die tatsächliche Filterleistung.
Schritt 4: Bei Bedarf desinfizieren
Besteht ein mikrobiologisches Risiko, kann anschließend eine geeignete Desinfektion erforderlich sein.
Möglichkeiten sind beispielsweise:
- Abkochen
- geeignete Desinfektionsmittel
- bestimmte UV-Systeme
Welche Methode sinnvoll ist, hängt von der Situation und der Wasserqualität ab.
Mehr dazu findest du im Ratgeber „Wasser desinfizieren – Abkochen, Tabletten oder UV?“.
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Schritt 5: Sauber lagern
Aufbereitetes Wasser sollte anschließend in saubere, lebensmittelechte Behälter gefüllt werden.
Ansonsten kann bereits aufbereitetes Wasser erneut verunreinigt werden.
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Wann sollte Brunnenwasser besser nicht getrunken werden?
Besondere Vorsicht ist angebracht, wenn:
- der Brunnen überflutet wurde,
- Öl oder Kraftstoff in der Umgebung ausgelaufen ist,
- Chemikalien freigesetzt wurden,
- das Wasser plötzlich ungewöhnlich riecht,
- sich Farbe oder Geschmack verändert haben,
- das Wasser stark trüb ist,
- Tierkadaver oder Fäkalien in den Brunnen gelangt sein könnten,
- eine behördliche Warnung für das Gebiet besteht,
- die Wasserqualität vollständig unbekannt ist.
Bei einem chemischen Unfall oder einer großflächigen Verunreinigung des Grundwassers können einfache Haushaltsfilter oder Abkochen ungeeignet sein.
In solchen Situationen sollte auf vorhandenes Trinkwasser, abgefülltes Wasser oder eine behördlich organisierte Notwasserversorgung zurückgegriffen werden.
Besonders wichtig nach Hochwasser
Ein Brunnen kann während eines Hochwassers erheblich verunreinigt werden.
Oberflächenwasser kann dabei unter anderem
- Abwasser,
- Fäkalien,
- Heizöl,
- Kraftstoffe,
- Chemikalien,
- Schlamm,
- Mikroorganismen
mitführen.
Ist solches Wasser in einen Brunnen gelangt, sollte dessen Wasser nicht einfach aufgrund seines später wieder normalen Aussehens getrunken werden.
Die sicherste Vorgehensweise ist:
Brunnen kontrollieren lassen → gegebenenfalls reinigen/desinfizieren → Wasser untersuchen lassen → erst nach unauffälligem Ergebnis wieder als Trinkwasser nutzen.
Das Gesundheitsamt ist hierbei ein sinnvoller Ansprechpartner.
Was passiert mit dem Brunnen bei einem Stromausfall?
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Ein weiterer Punkt wird bei der Krisenvorsorge häufig übersehen.
Das Wasser befindet sich zwar weiterhin im Boden – aber es muss auch gefördert werden.
Viele moderne Brunnenpumpen benötigen Strom.
Bei einem Stromausfall kann deshalb auch der eigene Brunnen plötzlich unbrauchbar werden.
Wer seinen Brunnen ernsthaft als Notfallreserve einplant, sollte sich daher ansehen:
- Welche Leistung benötigt die Brunnenpumpe?
- Wie hoch ist der Anlaufstrom?
- Läuft sie an einer normalen 230-Volt-Steckdose?
- Könnte eine ausreichend starke Powerstation sie betreiben?
- Ist ein Generator vorhanden?
- Gibt es eine Handpumpe oder andere stromlose Fördermöglichkeit?
Gerade bei einem längeren Blackout entscheidet also nicht nur die vorhandene Wassermenge, sondern auch die Möglichkeit, das Wasser aus dem Brunnen zu bekommen.
Eine Handpumpe kann eine interessante Ergänzung sein
Bei geeigneten Brunnen kann eine mechanische Pumpe unabhängig vom Stromnetz funktionieren.
Das macht sie aus Sicht der Krisenvorsorge interessant.
Ob eine Handpumpe eingesetzt werden kann, hängt allerdings unter anderem von
- Brunnenbauart,
- Grundwasserstand,
- Ansaughöhe,
- Brunnenrohr
ab.
Eine klassische Saugpumpe funktioniert physikalisch nur bei begrenzter Förderhöhe.
Bei tief liegendem Grundwasser ist deshalb möglicherweise eine andere technische Lösung erforderlich.
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Der Brunnen sollte den Trinkwasservorrat ergänzen – nicht ersetzen
Selbst ein vorhandener Brunnen ist kein guter Grund, auf einen Trinkwasservorrat zu verzichten.
Denn auch ein Brunnen kann ausfallen.
Mögliche Ursachen sind:
- defekte Pumpe
- Stromausfall
- sinkender Grundwasserspiegel
- technische Schäden
- Verunreinigung
- Hochwasser
- beschädigte Brunnenanlage
Deshalb sollte ein Brunnen immer als zusätzliche Versorgungsebene betrachtet werden.
Ein sinnvolles Vorsorgekonzept könnte beispielsweise so aussehen:
1. Ebene: gelagertes Trinkwasser
Direkt verfügbar und ohne technische Hilfsmittel nutzbar.
2. Ebene: eigener Brunnen
Große zusätzliche Wassermenge, insbesondere als Brauchwasser.
3. Ebene: Wasseraufbereitung
Filter- und Desinfektionsmöglichkeiten für geeignete Wasserquellen.
4. Ebene: öffentliche Notwasserversorgung
Notbrunnen, Wasserwagen oder andere kommunale Ausgabestellen.
Genau diese Redundanz macht eine gute Krisenvorsorge aus.
Typische Fehler beim Umgang mit Brunnenwasser
„Das Wasser sieht sauber aus, also kann man es trinken.“
Falsch. Viele problematische Stoffe und Mikroorganismen sind weder sichtbar noch riechbar.
„Ich koche das Wasser einfach ab.“
Abkochen kann gegen Mikroorganismen helfen, entfernt aber nicht automatisch chemische Schadstoffe.
„Mein Outdoorfilter macht jedes Wasser trinkbar.“
Kein Filter entfernt automatisch sämtliche möglichen Verunreinigungen.
„Der Brunnen wurde vor fünf Jahren getestet.“
Wasserqualität kann sich verändern. Ein alter Befund beschreibt nicht zwangsläufig den heutigen Zustand.
„Wenn der Strom ausfällt, habe ich ja meinen Brunnen.“
Nur wenn das Wasser auch ohne öffentliche Stromversorgung gefördert werden kann.
„Mein Brunnen ersetzt meinen Wasservorrat.“
Auch ein Brunnen kann ausfallen oder kurzfristig unbrauchbar werden.
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Wer einen Brunnen besitzt, kann bereits heute einige wichtige Punkte klären:
- Brunnenart bekannt
- Wasserqualität untersucht
- Untersuchungsergebnisse dokumentiert
- möglicher Verwendungszweck bekannt
- Brunnen und Abdeckung in gutem Zustand
- Pumpe funktionsfähig
- Strombedarf der Pumpe bekannt
- alternative Stromversorgung vorhanden
- eventuell stromlose Fördermöglichkeit geprüft
- geeigneter Wasserfilter vorhanden
- Möglichkeit zur Desinfektion vorhanden
- lebensmittelechte Wasserbehälter vorhanden
- Gesundheitsamt beziehungsweise Ansprechpartner bekannt
- zusätzlicher Trinkwasservorrat vorhanden
Je mehr dieser Punkte bereits vor einem Notfall geklärt sind, desto wertvoller kann der Brunnen im Ernstfall werden.
Fazit: Ein Brunnen ist eine hervorragende Notreserve – wenn man seine Grenzen kennt
Ein eigener Brunnen kann die Wasserversorgung eines Haushalts in einer Krise erheblich verbessern.
Selbst wenn sein Wasser nicht als Trinkwasser geeignet ist, können große Mengen Brauchwasser zur Verfügung stehen. Dadurch bleiben die gelagerten Trinkwasservorräte länger erhalten.
Soll Brunnenwasser dagegen getrunken werden, ist deutlich mehr Vorsicht erforderlich.
Die wichtigste Regel lautet:
Untersuchtes Brunnenwasser ist eine planbare Ressource. Unbekanntes Brunnenwasser ist zunächst nur eine mögliche Wasserquelle.
Wer einen Brunnen besitzt, sollte deshalb bereits heute dessen Wasser untersuchen lassen, die Stromversorgung der Pumpe prüfen und überlegen, wie das Wasser im Notfall gefördert, aufbereitet und gelagert werden kann.
Zusammen mit einem ausreichenden Trinkwasservorrat, Wasserfiltern und Möglichkeiten zur Desinfektion entsteht so eine sehr robuste persönliche Wasserversorgung für Krisensituationen.
