Leitungswasser richtig lagern: Haltbarkeit, Tipps und häufige Fehler

Leitungswasser ist günstig, jederzeit verfügbar und eignet sich grundsätzlich gut, um einen Wasservorrat für Krisen und Versorgungsausfälle anzulegen. Einfach einen Kanister unter den Wasserhahn zu halten und anschließend jahrelang in den Keller zu stellen, ist jedoch keine gute Idee.

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Damit das eingelagerte Wasser möglichst lange hygienisch einwandfrei bleibt, kommt es vor allem auf vier Punkte an:

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie lange selbst abgefülltes Leitungswasser haltbar ist, wie Sie es richtig einlagern und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

Warum sollte man Leitungswasser lagern?

Im normalen Alltag steht in Deutschland jederzeit Trinkwasser aus der Leitung zur Verfügung. Bei einem Stromausfall, einem technischen Defekt, einem Rohrbruch oder einer Verunreinigung des Leitungsnetzes kann die Wasserversorgung jedoch zumindest vorübergehend eingeschränkt sein.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt Haushalten, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können. Für Getränke nennt das BBK als Orientierung mindestens 1,5 Liter pro erwachsener Person und Tag sowie weitere 0,5 Liter für die Zubereitung von Lebensmitteln. Auch ein Vorrat für zunächst drei Tage ist bereits deutlich besser als gar keine Vorsorge.

Ein Teil dieses Vorrats kann aus original verschlossenen Wasserflaschen bestehen. Zusätzlich lässt sich Leitungswasser in dafür geeigneten Trinkwasserkanistern oder Wasserbehältern lagern.

Weiterführender Ratgeber: Wie viel Wasser ein Haushalt insgesamt benötigt, erfahren Sie im Beitrag „Trinkwasser bevorraten – Wasservorrat für Krisen richtig planen“.

Kann man Leitungswasser überhaupt auf Vorrat lagern?

Ja. Frisches Leitungswasser kann in saubere, lebensmittelechte und dicht verschließbare Behälter abgefüllt werden.

Das Wasser selbst besitzt kein klassisches Mindesthaltbarkeitsdatum. Problematisch sind vielmehr Verunreinigungen, die beim Befüllen, durch einen ungeeigneten Behälter oder während der Entnahme in das Wasser gelangen können. Unter ungünstigen Bedingungen können sich vorhandene Mikroorganismen vermehren. Auch Gerüche oder Stoffe aus der Umgebung können die Qualität beeinträchtigen.

Deshalb sollte selbst abgefülltes Leitungswasser nicht unbegrenzt und unbeachtet eingelagert werden.

Wie lange ist gelagertes Leitungswasser haltbar?

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Für selbst abgefülltes Leitungswasser gibt es keine allgemeingültige Haltbarkeitsdauer, die unter allen Bedingungen gilt. Entscheidend sind unter anderem:

  • die Sauberkeit des Behälters,
  • die Qualität des eingefüllten Wassers,
  • die Temperatur am Lagerort,
  • der Schutz vor Licht,
  • das Material und der Zustand des Behälters,
  • die Hygiene beim Befüllen und Entnehmen.

Als einfache und vorsichtige Regel für private Haushalte bietet sich eine Rotation nach etwa sechs Monaten an. Die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt bei selbst abgefülltem Notfallwasser ebenfalls, das Abfülldatum zu notieren und das Wasser alle sechs Monate zu ersetzen. Dabei handelt es sich um eine Sicherheits- und Organisationsregel, nicht um ein exaktes Verfallsdatum.

Unter sehr guten Bedingungen kann das Wasser auch nach sechs Monaten noch unauffällig sein. Darauf sollte man sich im Ernstfall aber nicht blind verlassen. Die regelmäßige Rotation sorgt dafür, dass Behälter kontrolliert, gereinigt und neu befüllt werden.

Praktische Orientierung

Art des WasservorratsEmpfohlener Umgang
Selbst abgefülltes LeitungswasserEtwa alle sechs Monate kontrollieren und erneuern
Geöffneter BehälterMöglichst zeitnah verbrauchen
Original verschlossenes MineralwasserMindesthaltbarkeitsdatum und Lagerhinweise beachten
Beschädigter oder undichter BehälterNicht mehr als Trinkwasservorrat verwenden
Wasser mit ungewöhnlichem Geruch, Geschmack oder AussehenNicht trinken

Bei original abgefülltem Wasser ist das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum maßgeblich. Es gilt für die ungeöffnete Verpackung bei sachgerechter Lagerung.

Die richtige Vorbereitung des Wasserbehälters

Die Haltbarkeit beginnt nicht erst im Vorratsraum, sondern bereits bei der Auswahl und Reinigung des Behälters.

Verwenden Sie ausschließlich Behälter, die ausdrücklich für Trinkwasser beziehungsweise Lebensmittel vorgesehen sind. Geeignet sind beispielsweise:

  • lebensmittelechte Trinkwasserkanister,
  • stabile Wasserbehälter mit Schraubverschluss,
  • Behälter aus für Lebensmittel geeignetem Kunststoff,
  • spezielle Wasserkanister mit Auslaufhahn.

Nicht jeder beliebige Kunststoffbehälter eignet sich für Trinkwasser. Ein lebensmittelechter Behälter sollte entsprechend gekennzeichnet sein oder vom Hersteller ausdrücklich für Trinkwasser freigegeben werden.

Weiterführender Ratgeber: Ausführliche Informationen zu Material, Größe und Ausstattung finden Sie im Beitrag „Trinkwasserbehälter und Wasserkanister für die Krisenvorsorge“.

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Niemals ehemalige Chemikalienbehälter verwenden

Ein Kanister, in dem zuvor Benzin, Reinigungsmittel, Pflanzenschutzmittel, Öl oder andere Chemikalien aufbewahrt wurden, darf niemals für Trinkwasser genutzt werden.

Das gilt auch dann, wenn der Behälter mehrfach ausgespült wurde. Rückstände können im Material verbleiben und später in das Wasser übergehen. Eine mögliche chemische Belastung lässt sich weder durch Abkochen noch durch einen gewöhnlichen Wasserfilter zuverlässig beseitigen.

Auch Behälter für Milch oder Fruchtsäfte sind für eine langfristige Wasserlagerung ungünstig. Rückstände von Zucker, Eiweiß oder Fruchtbestandteilen lassen sich besonders aus schmalen Öffnungen und Verschlüssen oft nur schwer vollständig entfernen. Die CDC rät für die Notwasserlagerung ebenfalls von früheren Milch- und Saftbehältern sowie von Behältern ab, die giftige Stoffe enthalten haben.

Wasserbehälter vor dem Befüllen reinigen

Auch ein neuer Kanister sollte vor der ersten Verwendung gründlich gereinigt werden. Produktionsrückstände, Staub oder Verschmutzungen aus Lagerung und Transport können sich im Inneren befinden.

Gehen Sie dabei folgendermaßen vor:

  1. Spülen Sie den Behälter zunächst mit sauberem Wasser aus.
  2. Reinigen Sie ihn entsprechend den Herstellerangaben.
  3. Achten Sie besonders auf Gewinde, Deckel, Dichtungen und Auslaufhähne.
  4. Spülen Sie sämtliche Reinigungsmittelreste sorgfältig aus.
  5. Lassen Sie den Behälter vollständig abtropfen.
  6. Berühren Sie die Innenseite anschließend nicht mehr mit den Händen.

Bei wiederverwendeten Behältern können eine passende Kanisterbürste und eine schmale Bürste für Verschlüsse oder Auslaufhähne hilfreich sein.

Aggressive oder stark parfümierte Haushaltsreiniger sind ungeeignet, wenn der Hersteller des Behälters deren Verwendung nicht ausdrücklich erlaubt. Sie können Rückstände oder einen unangenehmen Geschmack hinterlassen.

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Leitungswasser hygienisch abfüllen

Beim Abfüllen gelangen besonders leicht Keime in den Vorrat. Deshalb sollten Hände, Arbeitsfläche, Wasserhahn und Behälter sauber sein.

Schritt 1: Wasser kurz laufen lassen

Wenn der Wasserhahn längere Zeit nicht benutzt wurde, lassen Sie das Wasser zunächst laufen, bis es gleichmäßig kühl aus der Leitung kommt. Dadurch verwenden Sie frisches Wasser aus der Versorgungsleitung und nicht das Wasser, das längere Zeit in der Hausinstallation gestanden hat.

Schritt 2: Strahlregler kontrollieren

Der Strahlregler am Wasserhahn – häufig auch Perlator genannt – kann Ablagerungen enthalten. Kontrollieren und reinigen Sie ihn regelmäßig, besonders bevor Sie eine größere Menge Trinkwasser einlagern.

Schritt 3: Behälter vollständig befüllen

Füllen Sie den Kanister möglichst weit, ohne ihn zum Überlaufen zu bringen. Ein kleiner technisch notwendiger Luftraum kann verbleiben. Je weniger unnötige Luft im Behälter vorhanden ist, desto geringer ist die Angriffsfläche für Verunreinigungen.

Beachten Sie allerdings die Herstellerhinweise. Soll der Behälter möglicherweise Frost ausgesetzt sein, muss genügend Platz für die Ausdehnung des Wassers bleiben. Trinkwasser sollte dennoch möglichst nicht an einem frostgefährdeten Ort gelagert werden.

Schritt 4: Sofort verschließen

Verschließen Sie den Behälter direkt nach dem Befüllen. Die Innenseite des Deckels, die Dichtung und die Behälteröffnung sollten dabei nicht mit ungewaschenen Händen oder verschmutzten Gegenständen in Kontakt kommen.

Schritt 5: Behälter beschriften

Notieren Sie gut sichtbar:

  • „Trinkwasser“,
  • das Datum der Befüllung,
  • den vorgesehenen Termin für die nächste Rotation.

Eine eindeutige Kennzeichnung verhindert außerdem, dass der Behälter später versehentlich für andere Flüssigkeiten verwendet wird.

Sollte man Leitungswasser vor der Lagerung abkochen?

Frisches Leitungswasser aus einer hygienisch einwandfreien Hausinstallation muss vor dem Einlagern normalerweise nicht abgekocht werden. Trinkwasser gehört in Deutschland zu den besonders streng überwachten Lebensmitteln.

Abkochen ersetzt außerdem keine sauberen Behälter. Wird abgekochtes Wasser anschließend in einen verschmutzten Kanister gefüllt oder mit ungewaschenen Händen berührt, kann es erneut verunreinigt werden.

Bestehen Zweifel an der Qualität des Leitungswassers, etwa nach einer behördlichen Warnung, einem Rohrbruch oder einer festgestellten Verunreinigung, sollten Sie die Anweisungen des Wasserversorgers oder des zuständigen Gesundheitsamtes befolgen. Je nach Ursache kann Abkochen ausreichen – bei chemischen Belastungen jedoch nicht.

Muss man das Wasser vor dem Einlagern desinfizieren?

Bei hygienisch einwandfreiem Leitungswasser und einem sauberen Behälter ist eine zusätzliche chemische Desinfektion für die übliche private Vorratshaltung normalerweise nicht erforderlich.

Wasserdesinfektionsmittel sollten nicht vorsorglich und nach Gefühl dosiert werden. Eine falsche Dosierung kann unwirksam sein oder das Wasser unnötig belasten. Beachten Sie immer die Herstellerangaben und verwenden Sie nur Produkte, die ausdrücklich für die Trinkwasseraufbereitung vorgesehen sind.

Desinfektionstabletten können dennoch sinnvoll sein, um sie getrennt vom Wasservorrat als Reserve aufzubewahren. Sie kommen beispielsweise infrage, wenn im Ernstfall Wasser aus einer unsicheren Quelle aufbereitet werden muss.

Weiterführender Ratgeber: Die Unterschiede zwischen Abkochen, Wasserentkeimungstabletten und UV-Geräten erklärt der Beitrag „Wasser desinfizieren – Abkochen, Tabletten oder UV“.

Tipp als Notfallreserve

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Der beste Lagerort für Leitungswasser

Infografik im Comicstil zum Thema: Lagerorte für Leitungswasser?

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Der ideale Lagerplatz ist:

  • kühl,
  • dunkel,
  • trocken,
  • frostfrei,
  • sauber,
  • möglichst gleichmäßig temperiert.

Besonders gut eignen sich ein kühler Keller, eine Speisekammer oder ein temperierter Vorratsraum.

Die CDC empfiehlt, selbst abgefülltes Notwasser kühl, vor direktem Sonnenlicht geschützt und getrennt von Kraftstoffen, Pflanzenschutzmitteln und anderen giftigen Stoffen aufzubewahren.

Geeignete Lagerorte

Keller:
Ein trockener, sauberer und frostfreier Keller ist meist gut geeignet. Stellen Sie die Kanister möglichst nicht direkt auf einen kalten oder feuchten Boden.

Speisekammer:
Eine dunkle Speisekammer bietet kurze Wege und meist stabile Temperaturen. Allerdings muss genügend Platz für das Gewicht der Behälter vorhanden sein.

Vorratsraum:
Ein separater Vorratsraum ist ideal, sofern er nicht stark beheizt wird.

Stabiler Abstellraum:
Auch ein Abstellraum kann geeignet sein, wenn dort keine Chemikalien, Kraftstoffe oder stark riechenden Produkte lagern.

Weniger geeignete Lagerorte

Garage:
Garagen können im Sommer sehr warm und im Winter frostig werden. Zudem werden dort häufig Kraftstoffe, Farben, Öle und Reinigungsmittel gelagert.

Dachboden:
Auf Dachböden entstehen oft starke Temperaturschwankungen. Im Sommer kann es dort sehr heiß werden.

Heizungsraum:
Die dauerhaft erhöhte Temperatur ist für eine langfristige Wasserlagerung ungünstig.

Wintergarten:
Direkte Sonneneinstrahlung und hohe Temperaturen sprechen gegen diesen Standort.

Gartenhaus oder Schuppen:
Ohne Frost- und Hitzeschutz sind diese Orte nur eingeschränkt geeignet.

Kofferraum:
Ein Wasservorrat im Auto ist sinnvoll, sollte aber regelmäßig erneuert werden. Im Sommer können im Fahrzeug extreme Temperaturen entstehen.

Warum Sonnenlicht und Wärme problematisch sind

Wärme kann die Vermehrung von Mikroorganismen begünstigen. Direkte Sonneneinstrahlung kann außerdem das Behältermaterial belasten und bei lichtdurchlässigen Behältern das Wachstum von Algen fördern, sofern entsprechende Verunreinigungen vorhanden sind.

Auch starke Temperaturschwankungen sind ungünstig. Sie belasten Behälter, Verschlüsse und Dichtungen und können dazu führen, dass ein zuvor dichter Kanister undicht wird.

Deshalb sollten Wasserbehälter nicht direkt neben einem Heizkessel, Heizkörper oder sonnigen Fenster stehen.

Kanister richtig aufstellen

Ein Liter Wasser wiegt ungefähr ein Kilogramm. Ein gefüllter 20-Liter-Kanister bringt daher bereits rund 20 Kilogramm zuzüglich des Behältergewichts auf die Waage.

Achten Sie deshalb auf:

  • einen stabilen Untergrund,
  • ausreichend belastbare Regale,
  • einen sicheren Stand,
  • Schutz vor Umkippen,
  • eine gut erreichbare Position.

Schwere Kanister sollten möglichst weit unten gelagert werden. Das erleichtert die Entnahme und verringert das Verletzungsrisiko.

Für viele Haushalte sind mehrere Behälter mit jeweils 5 bis 15 Litern praktischer als einzelne sehr große Kanister. Kleinere Behälter lassen sich leichter tragen, reinigen und nacheinander öffnen. Auch das BBK weist darauf hin, dass kleinere Kanister sinnvoll sein können, wenn gefüllte 20-Liter-Behälter nicht sicher gehoben werden können.

Wasser nicht direkt aus dem Kanister schöpfen

Ein sauber abgefüllter Vorrat kann bei der ersten Entnahme verunreinigt werden. Besonders ungünstig ist es, Hände, Tassen oder Schöpfkellen direkt in einen offenen Behälter zu tauchen.

Besser geeignet sind:

  • ein integrierter Auslaufhahn,
  • eine saubere Handpumpe,
  • das direkte Ausgießen,
  • ein ausschließlich für Trinkwasser verwendeter Zapfhahn.

Berühren Sie den Auslauf nicht mit schmutzigen Händen oder benutztem Geschirr. Die CDC empfiehlt ebenfalls, zur Entnahme nur saubere Hilfsmittel zu verwenden und weder Hände noch Gegenstände unnötig mit dem Wasser oder der Behälterinnenseite in Kontakt zu bringen.

Nach dem Öffnen sollte ein Kanister möglichst zeitnah aufgebraucht werden. Kleine Behältereinheiten haben dabei einen Vorteil: Es wird immer nur ein Teil des gesamten Vorrats geöffnet.

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Die FIFO-Methode für den Wasservorrat

Infografik im Comicstil zum Thema: FIFI-Methode für das Lagern von Wasser

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FIFO bedeutet „First in, first out“ – zuerst eingelagert, zuerst verbraucht.

Diese Methode wird häufig bei Lebensmitteln eingesetzt und funktioniert auch bei Wasser:

  1. Neu befüllte Kanister kommen nach hinten.
  2. Ältere Kanister stehen vorne.
  3. Das älteste Wasser wird zuerst verbraucht.
  4. Der geleerte Behälter wird gereinigt und frisch befüllt.
  5. Anschließend kommt er wieder nach hinten.

Das BBK empfiehlt bei Vorräten grundsätzlich ein lebendes System: Produkte werden im Alltag verbraucht und anschließend ersetzt. Dadurch bleibt der Vorrat übersichtlich und aktuell.

So lässt sich das Wasser sinnvoll verwenden

Das rotierte Wasser muss nicht weggeschüttet werden. Solange es unauffällig ist, kann es beispielsweise verwendet werden für:

  • das Gießen von Pflanzen,
  • Reinigungsarbeiten,
  • die Toilettenspülung,
  • das Waschen von Böden oder Gartenmöbeln,
  • die Bewässerung des Gartens.

Bei einwandfreier Lagerung kann es grundsätzlich auch im Alltag verbraucht werden. Bestehen Zweifel an Geruch, Aussehen, Behälterhygiene oder Lagerbedingungen, sollte es nicht mehr getrunken oder zum Kochen verwendet werden.

Ein einfacher Rotationsplan

Infografik im Comicstil zum Thema: Rotation Wasservorrat

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Ein fester Rhythmus verhindert, dass der Wasservorrat vergessen wird.

Eine praktische Lösung ist die Kontrolle zweimal im Jahr, beispielsweise:

  • im April,
  • im Oktober.

Alternativ können Sie jedes Jahr feste Termine wählen, etwa beim Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit.

Bei der Kontrolle prüfen Sie:

  • das Befülldatum,
  • die Dichtigkeit,
  • den Zustand des Kunststoffs,
  • den Verschluss,
  • die Dichtung,
  • mögliche Verformungen,
  • ungewöhnliche Ablagerungen,
  • den Lagerplatz.

Danach wird das ältere Wasser verwendet, der Behälter gereinigt und neu befüllt.

Woran erkennt man, dass gelagertes Wasser nicht mehr verwendet werden sollte?

Öffnen Sie einen eingelagerten Wasservorrat nicht nur nach Kalender, sondern prüfen Sie auch Behälter und Inhalt.

Warnzeichen sind:

  • ungewöhnlicher oder muffiger Geruch,
  • sichtbare Trübung,
  • Flocken oder Ablagerungen,
  • Verfärbungen,
  • Algenbildung,
  • aufgeblähte oder verformte Behälter,
  • ein undichter Verschluss,
  • Risse oder sprödes Material,
  • Kontakt mit Kraftstoffen oder Chemikalien,
  • eine unbekannte Lagerungsdauer.

Wasser mit auffälligem Geruch, ungewöhnlicher Farbe oder einem Verdacht auf chemische Verunreinigung sollte nicht getrunken werden. Wasser, das mit Kraftstoffen oder giftigen Chemikalien belastet sein könnte, lässt sich durch Abkochen nicht wieder sicher machen.

Im Zweifel gilt: Nicht trinken und nicht zur Zubereitung von Lebensmitteln verwenden.

Kann man altes Vorratswasser einfach abkochen?

Abkochen kann viele Krankheitserreger in Wasser inaktivieren. Es entfernt jedoch keine chemischen Schadstoffe, Kraftstoffe, Schwermetalle oder andere gelöste Verbindungen. Einige Stoffe können sich durch das Verdampfen eines Teils des Wassers sogar konzentrieren.

Abkochen ist deshalb keine pauschale Rettungsmethode für:

  • chemisch belastetes Wasser,
  • Wasser aus einem ungeeigneten Behälter,
  • Wasser mit unbekannter Herkunft,
  • Wasser mit auffälligem Geruch,
  • Wasser, das neben Kraftstoffen oder Pflanzenschutzmitteln ausgelaufen ist.

Bei mikrobiologischen Zweifeln kann eine geeignete Aufbereitung sinnvoll sein. Bei möglicher chemischer Belastung muss eine andere Wasserquelle genutzt werden.

Häufige Fehler bei der Lagerung von Leitungswasser

Infografik im Comicstil zum Thema: Fehler bei der Wasserlagerung

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Fehler 1: Einen beliebigen Kanister verwenden

Nicht jeder Kunststoff ist für den dauerhaften Kontakt mit Trinkwasser vorgesehen. Verwenden Sie nur ausdrücklich lebensmittelechte Behälter.

Fehler 2: Einen alten Benzin- oder Chemikalienkanister ausspülen

Ein solcher Behälter darf niemals als Trinkwasserkanister verwendet werden. Auch gründliches Spülen macht ihn nicht zuverlässig sicher.

Fehler 3: Den neuen Kanister ungewaschen befüllen

Neue Behälter können Produktions-, Lager- oder Transportrückstände enthalten. Reinigen Sie sie vor dem ersten Einsatz nach Herstellerangabe.

Fehler 4: Die Innenseite mit den Händen berühren

Hände können Keime auf Verschluss, Gewinde und Innenflächen übertragen. Berühren Sie diese Bereiche beim Befüllen möglichst nicht.

Fehler 5: Den Kanister in die Sonne stellen

Licht und Wärme verschlechtern die Lagerbedingungen und belasten das Material.

Fehler 6: Wasser jahrelang vergessen

Auch wenn das Wasser äußerlich unauffällig wirkt, sollten Behälter und Inhalt regelmäßig kontrolliert und rotiert werden.

Fehler 7: Kein Befülldatum notieren

Ohne Kennzeichnung lässt sich später kaum nachvollziehen, welcher Behälter zuerst verbraucht werden sollte.

Fehler 8: Mit einem benutzten Becher Wasser schöpfen

Dadurch können Keime in den gesamten Vorrat gelangen. Ein Auslaufhahn oder direktes Ausgießen ist hygienischer.

Fehler 9: Wasser neben Benzin oder Pflanzenschutzmitteln lagern

Wasserbehälter gehören nicht neben Kraftstoffe, Farben, Lösungsmittel oder andere Chemikalien.

Fehler 10: Geöffnetes Wasser wieder jahrelang einlagern

Nach dem Öffnen steigt das Risiko einer Verunreinigung. Verwenden Sie den Inhalt möglichst zeitnah.

Leitungswasser oder Mineralwasser lagern?

Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.

Selbst abgefülltes Leitungswasser

Vorteile:

  • sehr günstig,
  • jederzeit verfügbar,
  • in wiederverwendbaren Behältern lagerbar,
  • flexibel an den eigenen Platzbedarf anpassbar.

Nachteile:

  • sorgfältige Reinigung notwendig,
  • regelmäßige Rotation erforderlich,
  • keine industrielle Abfüllung,
  • Haltbarkeit hängt stark von der eigenen Hygiene ab.

Original verschlossenes Mineralwasser

Vorteile:

  • hygienisch abgefüllt,
  • Mindesthaltbarkeitsdatum vorhanden,
  • sofort einsatzbereit,
  • gut portionierbar.

Nachteile:

  • höhere Kosten,
  • mehr Verpackungsmaterial,
  • Flaschen benötigen viel Platz,
  • PET-Flaschen können bei ungünstiger Lagerung Geschmack annehmen.

Für viele Haushalte ist eine Kombination sinnvoll: Ein Teil des Vorrats besteht aus original verschlossenen Flaschen, ein weiterer Teil aus selbst abgefülltem Leitungswasser in geeigneten Kanistern.

So bleibt der Vorrat flexibel. Flaschen eignen sich zum direkten Trinken, während größere Behälter beim Kochen und für andere Anwendungen praktisch sind.

Sollte man den gesamten Wasservorrat in einem großen Tank lagern?

Ein einzelner großer Behälter wirkt zunächst platzsparend, hat aber mehrere Nachteile:

  • Er ist gefüllt kaum beweglich.
  • Bei einer Verunreinigung ist der gesamte Vorrat betroffen.
  • Die Reinigung ist aufwendiger.
  • Nach dem Öffnen wird sofort die komplette Wassermenge genutzt.
  • Ein beschädigter Verschluss kann den gesamten Vorrat unbrauchbar machen.

Mehrere kleinere Kanister schaffen Redundanz. Wird ein Behälter undicht oder verunreinigt, bleiben die anderen Reserven erhalten.

Eine gute Aufteilung könnte beispielsweise bestehen aus:

  • mehreren handlichen Trinkwasserkanistern,
  • einigen original verschlossenen Wasserflaschen,
  • einem faltbaren Reservekanister für den Transport,
  • Mitteln zur Wasseraufbereitung für den Notfall.

Checkliste: Leitungswasser richtig lagern

Vor dem Einlagern:

☐ Lebensmittelechten Trinkwasserbehälter verwenden
☐ Behälter, Deckel und Dichtung kontrollieren
☐ Kanister nach Herstellerangaben reinigen
☐ Wasserhahn und Strahlregler sauber halten
☐ Hände gründlich waschen
☐ Frisches, kaltes Leitungswasser verwenden
☐ Behälter möglichst vollständig füllen
☐ Sofort dicht verschließen
☐ Befülldatum gut sichtbar notieren

Während der Lagerung:

☐ Kühl und dunkel lagern
☐ Vor Frost schützen
☐ Direkte Sonne vermeiden
☐ Von Kraftstoffen und Chemikalien fernhalten
☐ Schwere Kanister standsicher aufstellen
☐ Behälter regelmäßig auf Schäden prüfen
☐ Ältestes Wasser zuerst verwenden
☐ Etwa alle sechs Monate rotieren

Bei der Verwendung:

☐ Geruch und Aussehen kontrollieren
☐ Sauberen Auslauf oder saubere Entnahmehilfe nutzen
☐ Nicht mit Händen oder benutzten Gefäßen hineingreifen
☐ Geöffneten Kanister zeitnah verbrauchen
☐ Auffälliges oder möglicherweise chemisch belastetes Wasser nicht trinken

Fazit: Saubere Behälter und regelmäßige Rotation sind entscheidend

Leitungswasser lässt sich gut als Teil eines privaten Notvorrats lagern. Entscheidend ist jedoch, dass ausschließlich saubere, lebensmittelechte und dicht verschließbare Trinkwasserbehälter verwendet werden.

Füllen Sie das Wasser hygienisch ab, beschriften Sie jeden Kanister und lagern Sie ihn kühl, dunkel und getrennt von Chemikalien. Eine vorsorgliche Rotation nach ungefähr sechs Monaten ist leicht umzusetzen und verhindert, dass der Vorrat jahrelang unbeachtet bleibt.

Besonders praktisch ist ein lebender Wasservorrat nach dem FIFO-Prinzip: Älteres Wasser wird regelmäßig verwendet und unmittelbar durch frisches Leitungswasser ersetzt. Auf diese Weise bleibt Ihr Vorrat dauerhaft einsatzbereit – ohne unnötige Verschwendung.

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