Wasser ist in einer Krisensituation eine der wichtigsten Ressourcen überhaupt. Fällt die öffentliche Wasserversorgung aus oder wird das Leitungswasser vorübergehend verunreinigt, muss der vorhandene Vorrat möglicherweise mehrere Tage reichen.
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Im normalen Alltag verbraucht eine Person in Deutschland durchschnittlich rund 126 Liter Trinkwasser pro Tag. Nur ein kleiner Teil davon wird tatsächlich zum Trinken und Kochen benötigt. Große Mengen fließen normalerweise in die Körperpflege, die Toilettenspülung, das Wäschewaschen und die Reinigung.
Im Notfall ist ein solcher Verbrauch weder notwendig noch realistisch. Mit einer klaren Priorisierung, einfachen Hygieneregeln und einer geschickten Mehrfachnutzung lässt sich der tägliche Wasserbedarf erheblich reduzieren.
Dieser Ratgeber zeigt:
- welche Wassermengen unbedingt eingeplant werden sollten,
- welche Anwendungen im Notfall Vorrang haben,
- wo besonders viel Wasser eingespart werden kann,
- wie Brauchwasser mehrfach verwendet werden kann,
- welche Sparmaßnahmen gesundheitlich problematisch wären,
- und eine Checkliste für das Wassersparen im Notfall.
Warum Wassersparen im Notfall so wichtig ist
Eine Unterbrechung der Wasserversorgung kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören beispielsweise:
- ein längerer Stromausfall,
- ein Rohrbruch,
- technische Störungen im Wasserwerk,
- Hochwasser oder andere Naturereignisse,
- eine Verunreinigung des Leitungsnetzes,
- Reparaturarbeiten,
- eine behördliche Warnung vor der Nutzung des Leitungswassers.
Bei einem Stromausfall kann je nach örtlicher Infrastruktur auch die Wasserversorgung beeinträchtigt werden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe weist ausdrücklich darauf hin, dass bei einem Stromausfall unter Umständen kein Wasser mehr aus der Leitung kommt.
Ein vorbereiteter Haushalt hat deshalb nicht nur einen ausreichenden Trinkwasservorrat, sondern weiß auch, wie das vorhandene Wasser sinnvoll eingeteilt wird.
Denn selbst ein gut gefüllter Vorrat kann schnell aufgebraucht sein, wenn weiterhin wie im Alltag geduscht, gespült und gereinigt wird.
Wie viel Wasser braucht ein Mensch im Notfall?
Für Getränke benötigt ein erwachsener Mensch nach Angaben des BBK mindestens etwa 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag. Werden Mahlzeiten mit Wasser zubereitet, sollten ungefähr 0,5 Liter zusätzlich berücksichtigt werden.
Die aktuelle BBK-Checkliste arbeitet deshalb mit einem Richtwert von:
2 Litern Trinkwasser pro Person und Tag
Dieser Wert deckt in erster Linie das Trinken und einen begrenzten Anteil der Essenszubereitung ab.
Für die private Krisenvorsorge ist es sinnvoll, etwas großzügiger zu planen. In unserem ausführlichen Ratgeber „Wasserbedarf im Notfall berechnen“ verwenden wir deshalb einen praxisnahen Richtwert von:
4 Litern Wasser pro Person und Tag
Davon können beispielsweise eingeplant werden:
| Verwendungszweck | Richtwert pro Person und Tag |
|---|---|
| Trinken | 2 Liter |
| Kochen und Lebensmittelzubereitung | 1 Liter |
| Minimale Körperhygiene | 1 Liter |
| Gesamt | 4 Liter |
Dieser Wert ist keine Garantie dafür, dass sämtliche Bedürfnisse abgedeckt werden. Er ist jedoch eine gute Planungsgröße für einen privaten Vorrat, bei dem neben dem reinen Trinken auch ein Mindestmaß an Kochen und Hygiene möglich bleiben soll.
Für vier Personen und zehn Tage ergibt sich daraus:
4 Personen × 10 Tage × 4 Liter = 160 Liter Wasser
Wie du diese Menge praktisch lagerst, erklären wir ausführlich im Beitrag „Trinkwasser bevorraten: Der komplette Ratgeber für den Notfall“.
Trinkwasser und Brauchwasser konsequent trennen
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Die wichtigste Regel beim Wassersparen lautet:
Hochwertiges Trinkwasser darf nicht für Aufgaben verschwendet werden, für die auch Brauchwasser ausreicht.
Trinkwasser wird benötigt für:
- Trinken,
- Kochen,
- Zähneputzen,
- die Zubereitung von Babynahrung,
- die Einnahme von Medikamenten,
- die Reinigung offener Wunden,
- die Versorgung besonders empfindlicher Personen.
Brauchwasser kann verwendet werden für:
- die Toilettenspülung,
- grobe Reinigungsarbeiten,
- das Abwaschen von Gegenständen,
- die Vorreinigung stark verschmutzter Hände,
- das Einweichen von Geschirr,
- bestimmte Arbeiten im Haushalt.
Als Brauchwasser kommen je nach Situation beispielsweise infrage:
- aufgefangenes Regenwasser,
- Wasser aus einer Regentonne,
- sauberes Restwasser aus Haushaltsbehältern,
- aufgefangenes Dusch- oder Waschwasser,
- Wasser, das nicht mehr zum Trinken geeignet, aber chemisch unbedenklich ist.
Wichtig ist eine eindeutige Kennzeichnung. Behälter mit Brauchwasser sollten deutlich mit „Kein Trinkwasser“ beschriftet und getrennt von Trinkwasservorräten aufbewahrt werden.
Die richtige Reihenfolge: Wofür Wasser zuerst verwendet wird
In einer Krisensituation sollte Wasser nicht spontan verteilt werden. Besser ist eine feste Prioritätenliste.
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Priorität 1: Trinken
Die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme hat immer Vorrang. Trinkwasser sollte niemals so stark rationiert werden, dass Menschen absichtlich zu wenig trinken.
Der Flüssigkeitsbedarf kann bei Hitze, körperlicher Anstrengung, Fieber, Durchfall, Erbrechen, Schwangerschaft oder bestimmten Erkrankungen deutlich steigen.
Kinder, ältere Menschen und pflegebedürftige Personen benötigen besondere Aufmerksamkeit. Sie bemerken Durst teilweise später oder können ihren Bedarf nicht selbstständig decken.
Priorität 2: Medizin und besondere Ernährung
Wasser für Medikamente, Babynahrung und medizinische Anwendungen darf nicht aus unsicheren Quellen stammen.
Auch bei der Reinigung offener Wunden sollte ausschließlich hygienisch einwandfreies Wasser verwendet werden.
Priorität 3: Lebensmittelzubereitung
Wasser wird unter anderem für Suppen, Breie, Reis, Nudeln, Kaffee und Tee benötigt. In einer Mangelsituation sollten bevorzugt Lebensmittel verwendet werden, die wenig oder gar kein zusätzliches Wasser benötigen.
Priorität 4: Minimale persönliche Hygiene
Händehygiene bleibt auch bei Wasserknappheit wichtig. Gerade in einer Ausnahmesituation können Magen-Darm-Erkrankungen den Wasserbedarf zusätzlich erhöhen und zu einer ernsthaften Gefahr werden.
Priorität 5: Reinigung und Toilettenspülung
Für diese Aufgaben sollte möglichst kein gelagertes Trinkwasser verwendet werden. Hierfür ist Brauchwasser vorgesehen.
Die größten Möglichkeiten zum Wassersparen
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1. Auf Duschen und Baden verzichten
Eine herkömmliche Dusche benötigt je nach Duschkopf etwa zwölf bis 15 Liter Wasser pro Minute. Wassersparende Modelle liegen ungefähr bei sechs bis neun Litern pro Minute.
Bei einer fünfminütigen Dusche können somit schnell 30 bis 75 Liter Wasser verbraucht werden. In einer echten Mangelsituation wäre dadurch ein erheblicher Teil des Familienvorrats aufgebraucht.
Stattdessen eignet sich eine Katzenwäsche mit:
- einer kleinen Schüssel,
- einem Waschlappen,
- wenig Wasser,
- gegebenenfalls Feuchttüchern,
- Trockenshampoo.
Das BBK empfiehlt bei längerer Wasserknappheit ebenfalls alternative Reinigungsmittel, die wenig oder kein Wasser benötigen. Dazu zählen unter anderem Feuchttücher, Desinfektionstücher, Trockenshampoo und Handwaschpasten.
2. Wasser beim Zähneputzen abstellen
Beim Zähneputzen sollte kein Wasser laufen. Ein kleiner Becher mit wenigen Schlucken reicht normalerweise aus.
Auch hier gilt: Zum Zähneputzen sollte hygienisch einwandfreies Trinkwasser verwendet werden.
3. Händewaschen gezielt durchführen
Regelmäßiges Händewaschen bleibt besonders wichtig:
- vor der Zubereitung von Lebensmitteln,
- vor dem Essen,
- nach dem Toilettengang,
- nach dem Umgang mit Abfällen,
- nach Kontakt mit möglicherweise verunreinigtem Wasser,
- vor der Versorgung von Wunden.
Das Wasser sollte dabei nicht dauerhaft laufen. Hände kurz anfeuchten, einseifen und anschließend gezielt abspülen.
Steht nur sehr wenig Wasser zur Verfügung, können ergänzend geeignete Handdesinfektionsmittel oder Reinigungstücher eingesetzt werden. Sichtbar verschmutzte Hände sollten jedoch nach Möglichkeit mit Wasser und Seife gereinigt werden.
4. Geschirr nicht unter fließendem Wasser spülen
Beim Spülen unter fließendem Wasser gehen schnell viele Liter verloren.
Besser ist folgende Vorgehensweise:
- Essensreste gründlich abstreifen.
- Geschirr mit Papier oder einem Tuch vorreinigen.
- Eine kleine Schüssel mit Spülwasser füllen.
- Wenig verschmutzte Teile zuerst reinigen.
- Stark verschmutzte Töpfe zuletzt spülen.
- Das gebrauchte Wasser anschließend gegebenenfalls für die Toilettenspülung auffangen.
Bei länger anhaltender Wasserknappheit empfiehlt das BBK außerdem Einweggeschirr und Einwegbesteck, damit kein Wasser für das Spülen verbraucht werden muss.
Eine alltagstauglichere Alternative können wiederverwendbare Teller mit einer abnehmbaren Unterlage oder sparsam verwendetes Haushaltspapier sein.
5. Wasserarme Mahlzeiten auswählen
Ein erheblicher Teil des Vorrats kann beim Kochen verbraucht werden. Besonders viel Wasser benötigen beispielsweise:
- Nudeln,
- Reis,
- Hülsenfrüchte,
- Kartoffeln,
- getrocknete Lebensmittel,
- gefriergetrocknete Notnahrung.
In einer Mangelsituation eignen sich eher Lebensmittel, die:
- direkt verzehrt werden können,
- bereits Flüssigkeit enthalten,
- nur erwärmt werden müssen,
- in der eigenen Flüssigkeit erhitzt werden können.
Beispiele sind:
- Dosengerichte,
- Eintöpfe,
- Suppen,
- Gemüsekonserven,
- Obstkonserven,
- Brot und haltbare Aufstriche,
- Müsliriegel,
- Nüsse,
- haltbare Milchprodukte,
- verzehrfertige Mahlzeiten.
Konservenflüssigkeit sollte nicht automatisch weggeschüttet werden. Abhängig vom Lebensmittel kann sie für Suppen, Soßen oder andere Gerichte genutzt werden.
6. Kochwasser weiterverwenden
Sauberes Kochwasser muss nicht immer entsorgt werden.
Mögliche Weiterverwendungen sind:
- als Grundlage für Suppen oder Soßen,
- zum Einweichen weiterer Lebensmittel,
- nach dem Abkühlen zur Vorreinigung von Geschirr,
- bei geeigneter Qualität als Brauchwasser,
- zur Toilettenspülung.
Salziges, fettiges oder stark verschmutztes Wasser ist jedoch nicht für jede Weiterverwendung geeignet.
7. Toilettenspülungen reduzieren
Eine normale Toilettenspülung verbraucht je nach Modell mehrere Liter Wasser. In einem mehrköpfigen Haushalt summiert sich das schnell.
Bei intakter Wasserversorgung kann die Spartaste genutzt werden. Ist die Versorgung ausgefallen, kann die Toilette oftmals mit einem Eimer Brauchwasser gespült werden.
Dafür eignen sich beispielsweise:
- Regenwasser,
- aufgefangenes Waschwasser,
- sauberes Restwasser,
- Wasser aus einer gefüllten Badewanne,
- bestimmtes Koch- oder Spülwasser.
Chemisch belastetes Wasser, Öle, Lösungsmittel oder andere Schadstoffe gehören niemals in die Toilette.
Bei einem Rückstau, einer beschädigten Kanalisation oder einer ausdrücklichen behördlichen Warnung darf die Toilette möglicherweise nicht mehr normal verwendet werden. In diesem Fall sollte eine vorbereitete Nottoilettenlösung genutzt werden.
8. Waschmaschine und Geschirrspüler nicht unnötig betreiben
Waschmaschinen und Geschirrspüler sollten während einer akuten Wasserknappheit nur eingesetzt werden, wenn:
- die Wasserversorgung freigegeben ist,
- ausreichend Wasser vorhanden ist,
- das Gerät vollständig gefüllt ist,
- kein behördliches Nutzungsverbot besteht.
Das Umweltbundesamt empfiehlt auch im normalen Alltag, Waschmaschine und Geschirrspüler nur voll beladen laufen zu lassen.
Bei einem begrenzten Notvorrat sollten beide Geräte in der Regel ausgeschaltet bleiben.
Wasser mehrfach verwenden: So funktioniert die Wasserkaskade
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Eine besonders wirksame Methode ist die sogenannte Wasserkaskade. Dabei wird Wasser nacheinander für verschiedene Zwecke eingesetzt.
Ein mögliches Beispiel:
- Trinkwasser wird zum Waschen von Gemüse verwendet.
- Das aufgefangene Wasser dient zur Vorreinigung von Geschirr.
- Anschließend wird es für grobe Reinigungsarbeiten genutzt.
- Zum Schluss wird es in die Toilette gegeben.
Ein anderes Beispiel:
- Eine kleine Menge Wasser wird für die Körperwäsche verwendet.
- Das Waschwasser wird in einer Schüssel aufgefangen.
- Danach wird damit ein Boden oder ein Gegenstand vorgereinigt.
- Das Restwasser dient anschließend der Toilettenspülung.
Dabei muss auf die Art der Verunreinigung geachtet werden. Wasser mit aggressiven Reinigungsmitteln, Desinfektionschemikalien, Fäkalien, Kraftstoffen oder anderen Schadstoffen darf nicht beliebig weiterverwendet werden.
Ein tägliches Wasserbudget festlegen
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Damit der Vorrat nicht unbemerkt zu schnell schrumpft, sollte bereits am ersten Tag ein Wasserbudget festgelegt werden.
Beispiel für eine vierköpfige Familie
Die Familie verfügt über 160 Liter Trinkwasser und möchte damit zehn Tage auskommen.
Das tägliche Budget beträgt:
160 Liter ÷ 10 Tage = 16 Liter pro Tag
Eine mögliche Aufteilung:
| Verwendung | Menge pro Tag |
| Trinken | 8 Liter |
| Kochen | 4 Liter |
| Zähneputzen und minimale Hygiene | 4 Liter |
| Gesamt | 16 Liter |
Reinigungsarbeiten und Toilettenspülungen müssen in diesem Beispiel vollständig mit Brauchwasser oder alternativen Lösungen durchgeführt werden.
Das Wasserbuch
Hilfreich ist ein einfaches Wasserbuch. Darin werden täglich notiert:
- vorhandener Gesamtvorrat,
- entnommene Wassermenge,
- Verwendungszweck,
- verbleibende Menge,
- neu beschafftes oder aufbereitetes Wasser.
Beispiel:
| Tag | Anfangsbestand | Verbrauch | Zugang | Restbestand |
| Tag 1 | 160 Liter | 15 Liter | 0 Liter | 145 Liter |
| Tag 2 | 145 Liter | 16 Liter | 5 Liter | 134 Liter |
| Tag 3 | 134 Liter | 14 Liter | 0 Liter | 120 Liter |
Dadurch wird frühzeitig sichtbar, ob der Verbrauch zu hoch ist.
Wasser rechtzeitig auffangen
Besteht noch Wasserdruck und gibt es Hinweise auf einen möglichen Versorgungsausfall, können geeignete Behälter vorsorglich gefüllt werden.
Dazu gehören:
- saubere Trinkwasserkanister,
- lebensmittelechte Wasserbehälter,
- saubere Flaschen,
- große Töpfe mit Deckel,
- Eimer für Brauchwasser,
- eine saubere Badewanne für Nutzwasser.
Wichtig: Liegt bereits eine Warnung vor einer Verunreinigung vor, darf das Leitungswasser nicht einfach als Trinkwasser abgefüllt werden. Die Anweisungen der Behörden und des örtlichen Wasserversorgers haben immer Vorrang.
Für Trinkwasser sollten ausschließlich saubere und lebensmittelechte Behälter verwendet werden. Alte Kraftstoffkanister, Chemikalienbehälter oder unbekannte Kunststoffgefäße sind ungeeignet.
Weitere Hinweise findest du in den Ratgebern:
- „Trinkwasserkanister: Die richtigen Behälter für die Krisenvorsorge“
- „Leitungswasser richtig lagern: Haltbarkeit, Tipps und häufige Fehler“
Regenwasser als Brauchwasser nutzen
Aufgefangenes Regenwasser kann in einer Mangelsituation wertvoll sein. Es eignet sich beispielsweise für:
- die Toilettenspülung,
- grobe Reinigungsarbeiten,
- bestimmte Arbeiten im Außenbereich,
- das Vorwaschen stark verschmutzter Gegenstände.
Regenwasser ist jedoch nicht automatisch Trinkwasser. Es kann unter anderem durch Dachflächen, Tierkot, Schmutz, Mikroorganismen oder Schadstoffe belastet sein.
Soll Regenwasser ausnahmsweise als Trinkwasser genutzt werden, muss zunächst geprüft werden, ob die Quelle überhaupt geeignet ist. Anschließend sind je nach Belastung Vorfilterung, Wasserfilterung und Desinfektion erforderlich.
Ausführliche Informationen dazu findest du im Beitrag „Regenwasser sammeln und im Notfall nutzen“.
Fehler, die beim Wassersparen gefährlich werden können
Wasser zu sparen ist wichtig. Gesundheit und Hygiene dürfen dadurch jedoch nicht unnötig gefährdet werden.
Fehler 1: Zu wenig trinken
Der Trinkwasservorrat sollte nicht dadurch gestreckt werden, dass Menschen bewusst dehydrieren. Kopfschmerzen, Schwindel, Schwäche und Konzentrationsprobleme können erste Warnzeichen sein.
Bei Hitze, Krankheit und körperlicher Belastung steigt der Bedarf.
Fehler 2: Unsicheres Wasser ungeprüft trinken
Klares Wasser kann trotzdem Krankheitserreger oder Schadstoffe enthalten. Farbe und Geruch reichen nicht aus, um die Trinkwasserqualität zu beurteilen.
Wasser aus unbekannten Quellen sollte nur nach einer geeigneten Aufbereitung genutzt werden. Unser Ratgeber „Wasser filtern in Krisenzeiten“ erklärt, was verschiedene Filtersysteme leisten können und wo ihre Grenzen liegen.
Fehler 3: Trinkwasser und Brauchwasser verwechseln
Alle Behälter müssen eindeutig beschriftet werden. Besonders Kinder dürfen keinen Zugriff auf ungesichertes Brauchwasser haben.
Fehler 4: Händehygiene vollständig einstellen
Wasserknappheit ist kein Grund, auf grundlegende Händehygiene zu verzichten. Infektionen können die Situation erheblich verschärfen.
Fehler 5: Verschmutztes Wasser unbegrenzt weiterverwenden
Mehrfachnutzung ist sinnvoll, hat aber Grenzen. Stark belastetes Wasser kann Keime, Chemikalien oder Fette verteilen und darf nicht mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.
Fehler 6: Wasser ohne Plan verbrauchen
Wer den Vorrat nicht kontrolliert, bemerkt häufig erst zu spät, dass täglich mehr Wasser entnommen wurde als vorgesehen.
Was tun, wenn das Wasser knapp wird?
Wird absehbar, dass der Vorrat nicht reicht, sollte nicht bis zum letzten Liter gewartet werden.
Sinnvolle Schritte sind:
- Restbestand genau erfassen.
- Tagesbudget neu berechnen.
- Trinkwasser strikt von Brauchwasser trennen.
- Wasserverbrauch auf lebenswichtige Anwendungen begrenzen.
- Warnmeldungen und Informationen der Gemeinde beachten.
- Nach offiziellen Ausgabestellen oder Notbrunnen suchen.
- Geeignete eigene Wasserquellen prüfen.
- Wasser nur mit geeigneten Verfahren aufbereiten.
- Nachbarn oder hilfsbedürftige Personen einbeziehen.
- Frühzeitig Hilfe anfordern.
Die staatliche Trinkwassernotversorgung soll eine Grundversorgung der Bevölkerung ermöglichen. Das bedeutet jedoch nicht, dass jederzeit sofort und an jedem Ort unbegrenztes Wasser zur Verfügung steht. Ein eigener Vorrat bleibt deshalb ein wichtiger Bestandteil der privaten Vorsorge.
Das BBK empfiehlt grundsätzlich, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können. Bereits ein Vorrat für mindestens drei Tage verbessert die eigene Handlungsfähigkeit erheblich.
Praktische Ausstattung zum Wassersparen
Für einen sparsamen und geordneten Umgang mit Wasser können folgende Dinge hilfreich sein:
- lebensmittelechte Trinkwasserkanister,
- separate Brauchwasserbehälter,
- Eimer mit Deckel,
- kleine Waschschüsseln,
- Waschlappen,
- Feuchttücher,
- Handdesinfektionsmittel,
- Trockenshampoo,
- Haushaltspapier,
- Müllbeutel,
- Einweghandschuhe,
- Messbecher,
- Trichter,
- beschriftbare Etiketten,
- ein einfacher Wasserverbrauchsplan.
Produkte sollten nicht erst während einer akuten Störung gesucht werden. Bereits einige wenige vorbereitete Hilfsmittel erleichtern die Organisation deutlich.
Checkliste: Wasser im Notfall sparen
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Vor einer Krise
Trinkwasservorrat für möglichst zehn Tage anlegen
Wasserbedarf aller Haushaltsmitglieder berechnen
Zusätzlichen Bedarf für Kinder, Tiere und Erkrankte berücksichtigen
Trinkwasser- und Brauchwasserbehälter bereithalten
Behälter eindeutig beschriften
Möglichkeiten zur Regenwassernutzung prüfen
Wassersparende Lebensmittel bevorraten
Feuchttücher und alternative Hygieneartikel lagern
Nottoilettenlösung vorbereiten
Wasserfilter und Desinfektionsmöglichkeiten kennen
Während einer Wasserknappheit
Vorrat vollständig erfassen
Tägliches Wasserbudget festlegen
Trinken immer priorisieren
Nur Trinkwasser zum Kochen und Zähneputzen verwenden
Kein Trinkwasser für Toilettenspülung oder Reinigung verschwenden
Wasser in Schüsseln auffangen
Geeignetes Wasser mehrfach verwenden
Wasserarme Mahlzeiten zubereiten
Waschmaschine und Geschirrspüler nicht unnötig betreiben
Verbrauch täglich dokumentieren
Offizielle Warnungen beachten
Häufige Fragen zum Wassersparen im Notfall
Wie viel Wasser sollte man pro Person einlagern?
Das BBK verwendet für Getränke und einen begrenzten Kochbedarf einen Richtwert von zwei Litern pro Person und Tag. Für eine praktischere private Planung einschließlich minimaler Hygiene sind vier Liter pro Person und Tag sinnvoll.
Für zehn Tage wären das 40 Liter pro Person.
Darf man weniger trinken, damit das Wasser länger reicht?
Trinkwasser sollte nicht so stark rationiert werden, dass eine Dehydrierung droht. Gespart werden sollte zuerst bei Duschen, Reinigung, Toilettenspülung und wasserintensiven Mahlzeiten.
Kann man Regenwasser zum Trinken verwenden?
Regenwasser ist nicht automatisch Trinkwasser. Es kann mikrobiologisch oder chemisch belastet sein. Eine Nutzung als Trinkwasser sollte nur nach sorgfältiger Prüfung und geeigneter Aufbereitung erfolgen.
Kann Waschwasser für die Toilettenspülung genutzt werden?
Leicht verschmutztes Waschwasser kann häufig für die Toilettenspülung verwendet werden. Es sollte jedoch keine problematischen Chemikalien, Öle oder Fäkalien enthalten.
Sollte man die Badewanne vorsorglich füllen?
Bei einer angekündigten Versorgungsstörung kann eine saubere Badewanne als zusätzlicher Brauchwasserspeicher dienen. Für die Lagerung von Trinkwasser ist sie ohne geeigneten lebensmittelechten Einsatz und hygienische Abdeckung nicht optimal.
Wie kann man ohne Dusche sauber bleiben?
Eine kleine Menge Wasser, eine Waschschüssel und ein Waschlappen reichen für eine grundlegende Körperpflege. Feuchttücher, Trockenshampoo und Handdesinfektionsmittel können ergänzend eingesetzt werden.
Was spart am meisten Wasser?
Der Verzicht auf Duschen und Baden, das Reduzieren von Toilettenspülungen und die Auswahl wasserarmer Mahlzeiten bieten das größte Einsparpotenzial.
Kann man Nudelwasser weiterverwenden?
Nudelwasser kann abhängig von Salzgehalt und Verschmutzung beispielsweise für Soßen oder Suppen verwendet werden. Nach dem Abkühlen kommt es gegebenenfalls noch als Brauchwasser infrage.
Fazit: Mit einem Wasserplan reicht der Vorrat länger
Wasser sparen im Notfall bedeutet nicht, möglichst wenig zu trinken. Es bedeutet, das verfügbare Wasser nach seiner Qualität und Bedeutung einzusetzen.
Trinkwasser bleibt reserviert für:
- Trinken,
- Kochen,
- Medikamente,
- Zähneputzen,
- wichtige hygienische und medizinische Anwendungen.
Für Toilettenspülung und Reinigungsarbeiten wird dagegen möglichst Brauchwasser verwendet. Durch kleine Waschschüsseln, wasserarme Mahlzeiten, das Auffangen von Restwasser und eine kontrollierte Mehrfachnutzung lässt sich der Verbrauch deutlich reduzieren.
Besonders wichtig ist ein tägliches Wasserbudget. Wer den vorhandenen Bestand kennt, jede Entnahme dokumentiert und rechtzeitig nach neuen Bezugsquellen sucht, verhindert, dass der Vorrat überraschend zur Neige geht.
Wassersparen ersetzt allerdings keinen ausreichenden Notvorrat. Beide Maßnahmen gehören zusammen:
Erst ausreichend Wasser bevorraten – und im Ernstfall verantwortungsvoll damit umgehen.
